Zauberwürfel-Anfängerlösung Teil 1: Erste Ebene (weiß)

Lösungsweg in 3 Teilen: [erste Ebene] [zweite Ebene] [dritte Ebene]

Diese Anfängermethode für den Zauberwürfel habe ich seit 2012 in meinem Rolandroid-Blog veröffentlicht. Es ist der erfolgreichste Artikel meines Blogs, mit derzeit gut 100.000 Zugriffen jährlich und zahlreichen begeisterten E-Mails und Kommentaren. Jetzt gründlich überarbeitet und noch übersichtlicher hier im Freshcuber-Blog:

Hier möchte ich „meine“ Anfängermethode zur Lösung des Standard-Zauberwürfels (3x3x3) schildern. Der hier beschriebene Lösungsweg ist möglichst intuitiv, damit er leicht zu lernen und behalten ist. Auch ist er vom Aufbau der einzelnen Schritte so angelegt, dass eine Weiterentwicklung in Richtung Speedcubing (Fridrich-Methode) problemlos möglich ist.

  • Im Teil 1 auf dieser Seite geht es um die erste Ebene, also die weißen Kanten und die weißen Ecken.
  • Wenn dies geschafft ist, kommt Teil 2, in dem die zweite Ebene fertiggestellt wird.
  • Und zum Schluss kommt Teil 3 mit der Lösung der dritten Ebene, also die gelben Kanten und die gelben Ecken.

Seit April 2017 gibt es einen Spickzettel zu dieser Anfängerlösung, den Ihr Euch runterladen und ausdrucken könnt und der hoffentlich hilft, das hier Gelernte zu vertiefen und einzuprägen. Quasi eine Kurzfassung dieses Tutorials auf 2 oder 4 Papierseiten. Zum Selber-Lernen empfehle ich aber dennoch die Online-Version hier im Blog, denn die ist ausführlicher und mit Videos.

Grundsätzliches

Bevor man beginnt, den Zauberwürfel zielgerichtet zu lösen, sollte man sich ein wenig gedanklich mit seinem Aufbau beschäftigen. Dazu kann es hilfreich sein, mal einen Zauberwürfel von innen anzuschauen bzw. auseinanderzubauen.

Wie man sieht, gibt es drei Arten von Steinen: Mittelsteine (mit 1 Farbe), Kantensteine (mit 2 Farben) und Ecksteine (mit 3 Farben).

Egal wie man den Würfel verdreht: Mittelsteine bleiben immer Mittelsteine, Kanten immer Kanten und Ecken immer Ecken. Es ist also nicht möglich, dass aus einer Ecke eine Kante wird, etc. Es sind also immer alle Aufkleber außen und es gibt keine „versteckten Farben“ im Inneren. Eigentlich logisch und intuitiv klar, aber trotzdem sollte man sich das einmal bewusst machen. Ich habe schon Anfänger gesehen, die leicht verzweifelt versucht haben, eine Ecke an einen Kantenplatz zu drehen.

Eine weitere wichtige Erkenntnis kann man am auseinandermontierten Zauberwürfel ebenfalls begreiflich machen: Die Mittelsteine können untereinander nicht die Position tauschen, denn sie sind miteinander verbunden. Weiß bleibt immer gegenüber von Gelb, etc. Die Centersteine können zwar an ihrem Platz gedreht werden (und nehmen dabei die Kanten und Ecken mit, was diese bekanntlich arg durcheinanderbringt). Aber untereinander getauscht werden können die Mitten nicht, da sie durch ein Achsenkreuz miteinander verbunden sind.

Das übliche Farbschema lautet:

  • Weiß gegenüber von Gelb
  • Rot gegenüber von Orange
  • Grün gegenüber von Blau
  • Wenn Weiß nach unten gehalten wird, dann ist Grün rechts von Rot.

Aus diesem Aufbau ergibt sich, dass man anhand der Mittelsteine direkt erkennen kann, welche Farbe auf die jeweilige Seite gehört.

Die rechte Seite auf diesem gemischten Würfel ist demnach die „grüne Seite“, selbst wenn es mehr blaue als grüne Steine gibt. Und die Oberseite ist die „rote Seite“, auch wenn sie nur einen einzelnen roten Stein hat. Der Centerstein bestimmt, welche Farbe dorthin gehört.

Doch nun geht’s los. Falls der Würfel noch nicht gemischt ist, sollte er nun gründlich gemischt werden. Und dann beginnen wir wie folgt:

1. Die erste Ebene (weiß)

Den 3er-Würfel löst man am besten anfangs nicht farbneutral, sondern gewöhnt sich lieber an, mit der weißen Fläche zu beginnen, dann die mittlere Ebene folgen zu lassen und zuletzt die dritte Ebene (gelb) zu lösen. Das Schöne ist: Die ersten beiden Ebenen lassen sich weitgehend „intuitiv“ lösen – also ohne langes Lernen von festen Zugfolgen.

Ein Vorteil dieses Beginnens mit Weiß ist, dass man die Reihenfolge der „mittleren“ Farben (Rot, Blau, Orange, Grün) leichter im Kopf behält und so auch schneller sieht, ob ein Stein zur ersten („weißen“), zweiten (weder weißen noch gelben) oder dritten („gelben“) Ebene gehört.

1.1 Das weiße Kreuz

Zunächst kümmern wir uns um die Kanten der weißen Ebene, also die vier (zweifarbigen) Steine, die weiß und jeweils noch eine andere Farbe haben. Diese vier Kanten müssen rund um den weißen Mittelstein gebracht werden, so dass sich ein weißes Kreuz ergibt.

Hier im Anfänger-Tutorial gehe ich davon aus, dass die weiße Seite dabei oben liegt. Fortgeschrittene Speedcuber bauen das weiße Kreuz vermutlich gleich auf der Unterseite, aber für den Anfänger ist es wohl übersichtlicher, bei diesem Schritt Weiß noch oben zu lassen.

Bei der Erstellung des weißen Kreuzes ist zu beachten, dass jeder der 4 Kantensteine auch zwischen den beiden passenden Mittelsteinen landet. Im Beispielfoto sieht man dies gut: Der blau-weiße Kantenstein sitzt an dem weißen Mittelstein, aber auch an dem blauen Mittelstein. Und der orange-weiße Kantenstein sitzt auch am richtigen Platz, also zwischen orange und weiß. Dass die beiden hinteren weißen Kanten jeweils auch am richtigen Platz sind, könnt Ihr zwar nicht sehen, aber Ihr könnt es mir glauben. 🙂

Die vier „weißen Kanten“ (also die weiß enthaltenden Kantensteine) werden intuitiv an ihren Platz auf der „weißen Seite“ (also der Seite mit dem weißen Mittelstein) gedreht, ganz ohne festgelegte Zugfolgen. Probiert es aus, es ist auch für einen Anfänger nicht allzu schwer.

Falls es doch noch ein wenig schwerfällt, das weiße Kreuz zu erzeugen, gibt es am Ende dieses Abschnitts einen Trick, der es als Zwischenschritt vereinfacht. Zunächst aber sind dabei vielleicht folgende Überlegungen nützlich:

Weiße Kante auf der mittleren Ebene

Jeder Kantenstein lässt sich generell mit zwei verschiedenen Drehungen von seinem Platz bewegen – nämlich immer mit der Drehung um die beiden benachbarten Mittelsteine. Die weiß-orange Kante auf dem folgenden Bild könnte man also nach oben (auf die weiße Seite) bewegen, indem man die blaue Seite oder die orange Seite dreht (die Frontseite oder die rechte Seite). Je nachdem landet die weiße Fläche dieser Kante dann richtig herum oder falsch.

Wenn die weiße Kante wie abgebildet auf der mittleren Ebene sitzt und ich sie auf die weiße Seite nach oben drehen möchte, schaue ich zunächst mal, welche der beiden möglichen Drehungen die weiße Seite auch neben den weißen Mittelstein bringen würde. Ich mach’s aber noch nicht, sondern drehe dann erst einmal den richtigen Platz der weißen Ebene an die Stelle, wo die Kante dann zum liegen kommt, wenn ich sie korrekt hochdrehe.

Beispielsweise achte ich beim Einbau der orange-weißen Kante darauf, dass sie rechts neben der blau-weißen Kante landet (sofern diese schon eingebaut ist). Wenn ich die vier weißen Kanten in der richtigen Reihenfolge nebeneinander montiert habe, kann ich das weiße Kreuz so ausrichten, dass es korrekt an die Mittelsteine blau, orange, grün, rot anschließt. Falls nicht, habe ich zwei oder mehr Kanten vertauscht.

Weiße Kante auf der gegenüberliegenden (gelben) Ebene

Sitzt die weiße Kante unten, gibt es zwei Möglichkeiten. Liegt ihre weiße Fläche auf der Unterseite, also neben der gelben Mitte, dann ist es ganz einfach: Um 180 Grad nach oben gedreht, landet sie mit ihrer weißen Fläche neben dem weißen Mittelstein. Vorher natürlich drauf achten, dass sie an der richtigen Stelle nach oben kommt. Also entweder die Oberseite oder die Unterseite so ausrichten, dass die weiße Kante an der richtigen Stelle auftaucht.

In dem Falle, dass der weiße Kantenstein auf der unteren Ebene so liegt, dass seine weiße Seite nicht nach unten (auf Gelb) zeigt, dann ist sie leider nicht in einem Rutsch korrekt auf die Oberseite zu bringen.

In diesem Falle dreht man sie mit einer Vierteldrehung auf die mittlere Ebene und baut sie von dort aus richtig herum ein (wie schon oben beschrieben).

Weiße Kante falsch herum auf der oberen Ebene

Es gibt natürlich auch den Fall, wo die weiße Kante schon auf der oberen (weißen) Ebene sitzt, aber falsch herum (also mit ihrer ‚bunten‘ Seite neben der weißen Mitte). Dann dreht man sie einfach auf die mittlere Ebene zurück und baut sie von dort richtig herum ein. Solche Kanten macht man am besten als letztes – denn vielleicht werden sie beim Einbauen anderer weißer Kanten schon von selbst nach unten befördert.

Soviel erst einmal zu dem Erzeugen des weißen Kreuzes. Wie gesagt, mit ein bisschen Knobeln und Probieren geht es ganz intuitiv. Man kann ja noch nicht viel am Würfel verdrehen bei diesem ersten Schritt.

Tipp: Wer schon etwas Übung mit dem weißen Kreuz hat, sollte versuchen, es möglichst in 7 Zügen zu schaffen. Und wenn es ihm gelingt, sich diese Züge schon vor Beginn des Drehens auszudenken, hat er einen großen Schritt in Richtung Speedcubing bereits getan. Denn dabei darf man sich den Würfel vor dem Drehbeginn einige Sekunden lang anschauen. In dieser Zeit planen die Speedcuber schon die Erstellung des weißen Kreuzes, das sie dann spätestens in 1-2 Sekunden fertig haben.

Anfangs ist das Erstellen des weißen Kreuzes aber eher verwirrend. Und tatsächlich halte ich es schon für den kompliziertesten Teil der gesamten Lösung, weil man dafür keine Schritt-für-Schritt-Anleitung geben kann. Jedesmal ist die Ausgangslage eine Andere.

Zwischenschritt: Der Gänseblümchen-Trick

Wem das weiße Kreuz als „blutiger Anfänger“ noch arge Probleme bereitet, dem kann vielleicht auch folgender Tipp weiterhelfen. Es ist zwar ein zusätzlicher Zwischenschritt (den man nach wenigen Tagen oder Wochen bestimmt wieder aufgeben wird, weil er ja eigentlich zur Lösung des Zauberwürfels nicht nötig ist), aber er hilft, die weißen Kanten in die richtige Reihenfolge zu bekommen, so dass sie – siehe Bild – jeweils farblich nicht nur zur weißen Mitte, sondern auch zu den anderen 4 Centersteinen passen:

Mein Tipp ist, zunächst alle 4 weißen Kantensteine neben die gelbe Mitte zu drehen. Dabei ist völlig egal, in welcher Reihenfolge die weißen Kanten stehen. Wir machen quasi eine Vorsortierung und bringen die weißen Kanten in eine vorübergehende Position, aus der sie danach ganz einfach an ihren richtigen Platz zu bringen sind. Ich nenne dies „Gänseblümchen“, da die 4 weißen Kanten wie die Blütenblätter um die gelbe Mitte stehen.

Im Bild links sieht man, was ich mit „Gänseblümchen“ meine: Alle weißen Kanten stehen mit ihrer weißen Seite neben dem gelben Centerstein. Und obwohl rot und orange eigentlich gegenüber liegen, stehen die Kanten weiß-rot und weiß-orange hier nebeneinander. Es ist ganz egal, welche Reihenfolge die weißen „Blütenblätter“ des Gänseblümchens haben.

Wenn man nicht auf die Reihenfolge achten muss, sondern nur hinbekommen muss, dass die weiße Seite der Kante jeweils oben ist, dann ist das für Anfänger wesentlich einfacher. Und aus dieser Position bekommt man die weißen Kanten ganz problemlos an ihren richtigen Platz auf der weißen Seite, wie ich nun zeigen werde.

Hat man die 4 Kanten mit weiß neben den gelben Centerstein gedreht, sucht man sich eine davon aus und dreht das Gänseblümchen – also die Oberseite – so, dass die Kante über dem farblich passenden Centerstein angeordnet ist. Im Bild links also die weiß-blaue Kante; sie steht jetzt (schon fast) über dem blauen Mittelstein.

Wenn man jetzt die blaue Seite um 180° dreht, kommt die weiß-blaue Kante automatisch an der korrekten Postion zwischen dem blauen und dem weißen Center (auf der Unterseite) zu liegen. Siehe Foto rechts. Wie die Speedcuber bilden wir jetzt also das weiße Kreuz auf der Unterseite, während wir Schritt für Schritt die 4 Blätter des „Gänseblümchens“ über ihren Platz und dann von oben nach unten drehen.

Genauso wie mit der ersten Kante geht es jetzt mit allen anderen weißen Kanten weiter. Die (gelbe) Oberseite wird so gedreht, dass eine weitere Kante zu dem passenden Centerstein der mittleren Ebene gelangt. Im Beispiel links die weiß-orange Kante, die nun über dem orangen Centerstein liegt.

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Und wieder eine 180°-Drehung, diesmal der orangen Seite. Und schon sitzt auch diese Kante richtig an ihrem Platz neben dem weißen Centerstein auf der Unterseite.

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So geht es auch mit dem dritten und vierten Kantenstein. Jede Kante immer erst durch Drehen der Oberseite passend ausrichten und dann mit 180° auf der weißen Unterseite versenken.

Man kann sich das wie einen Uhrzeiger vorstellen, den der Kantenstein mit dem farblich passenden Centerstein bildet. Der grüne Mittelstein auf dem Bild links wird zusammen mit dem angrenzenden grün-weißen Kantenstein wie ein Uhrzeiger, den man von 12 Uhr auf 6 Uhr herunterdreht, um die grüne Mitte um 180° gedreht. Vier mal die Uhr von 12 auf 6 stellen, und schon ist das weiße Kreuz fertig, wie man durch einen Kontrollblick auf die Unterseite erkennen kann.

Ob mit oder ohne „Gänseblümchen-Trick“, nun sollten alle weißen Kanten korrekt das weiße Kreuz bilden und auch farblich an die seitlichen Mittelsteine passen. Dann sind wir bereit für den zweiten Schritt auf der ersten Ebene:

1.2 Die weißen Ecken

In der Anfängermethode wird nach dem weißen Kreuz zunächst die erste Ebene fertiggestellt, indem die „weißen Ecken“ – also die 4 Ecken, die weiß enthalten – eingefügt werden.

An dieser Stelle empfiehlt es sich, den Würfel umzudrehen. Ab jetzt ist die gelbe Seite oben und die weiße Seite unten. Dies ist zwar zunächst ungewöhnlich, aber es ist wesentlich sinnvoller, auf die unsortierten Steine zu schauen als auf die bereits fertig gestellten. Auf diesem Bild blicken wir jedoch von unten gegen die weiße Seite, um das Ziel dieses Abschnitts zu sehen: Die weiße Seite ist komplett fertig, und auch die Ränder der unteren Ebene passen zu den Mittelsteinen der angrenzenden Würfelseiten. Es ist also nicht nur die erste Seite geschafft, sondern die erste Ebene des Zauberwürfels.

Tipp: Wer schon ein wenig Übung mit der Anfängermethode hat, kann übrigens hier eine „Abkürzung“ nehmen und die Ecken der unteren Ebene mit den dazugehörigen Kanten der zweiten Ebene gleichzeitig einbauen – das nennt man F2L (First 2 Layers, also die ersten beiden Ebenen). Dazu mehr in einem separaten Tutorial.

Doch zunächst empfiehlt es sich auf jeden Fall, die ersten beiden Ebenen einzeln lösen zu können – das kann man trotz „Abkürzung“ auch später noch immer gebrauchen (beispielsweise dann, wenn eine der weißen Ecken zufällig schon richtig steht, nachdem das weiße Kreuz gebildet wurde). Jetzt kommen also die weißen Ecken dran.

Wenn Du eine Ecke mit weiß auf der Oberseite (gelbes Mittelteil) entdeckt hast, drehe die Oberseite so, dass die Ecke über ihrem gewünschten Platz liegt. Hast Du beispielsweise die weiß-blau-rote Ecke auf der oberen Seite gefunden, stelle sie über den blauen und roten Mittelstein. Dann halte den Würfel so, dass die Ecke vorne rechts oben liegt.

Es gibt nun drei Möglichkeiten, wie diese Ecke angeordnet sein kann. Entweder ist ihre weiße Fläche seitlich (rechts), oder die weiße Fläche ist vorne, oder sie ist oben.

Weiße Fläche seitlich (rechts)

Wenn die weiße Fläche rechts ist, hast Du den einfachsten Fall. Du brauchst dann nur die rechte Seite im Uhrzeigersinn zu drehen, dann die Oberseite im Uhrzeigersinn und die rechte Seite zurück. Wenn Du die Notation bereits gelernt hast: R U R‘

Am besten machst Du alle drei Züge mit der rechten Hand. Siehe nächster Abschnitt.

Weiße Fläche vorne (bzw. links)

Ist die weiße Fläche vorne, dann drehen wir den gesamten Würfel im Uhrzeigersinn (diesen Zug nennt man Y), so dass die gewünschte Ecke nun oben links vorne liegt und ihre weiße Fläche nun links zu finden ist. Jetzt haben wir exakt die gespiegelte Situation von vorhin, d.h. mit L‘ U‘ L können wir sie an ihren Platz bringen.

Woran erkennt man schnell, ob der Zug rechts oder links ausgeführt werden muss? Die weiße Fläche steht jeweils seitlich, und zwar zu der Hand hin gerichtet, die den Zug ausführen wird. Das R U R‘ macht man am besten komplett mit der rechten Hand. Das L‘ U‘ L macht man am besten komplett mit der linken Hand. Bei einem leichtgängigen Würfel kann man die Drehung U bzw. U‘ sehr elegant ausführen: Durch Nach-vorne-Ziehen der hinten liegenden Ecke mit dem Zeigefinger (siehe auch Fingertechnik).

Diese beiden Züge, R U R‘ bzw. L‘ U‘ L, nennt man übrigens „einloggen“. Am besten murmelt man (zumindest in Gedanken) mit: „öffnen, reinziehen, schließen“. Zunächst öffnet der erste Dreh den „Slot“, also den Platz der untersten (und auch der zweiten) Ebene, wo der Eckstein eingebaut werden soll. Beim Öffnen des Slots wird die gewünschte Ecke nach hinten gekippt. Aber durch die folgende Drehung der Oberseite wird sie in der richtigen Lage wieder nach vorne geholt, um dann beim dritten Einzelzug mit nach unten zu wandern, wenn der Slot wieder geschlossen wird.

Solange die weiße Seite einer Ecke also nicht ausgerechnet nach oben zeigt, kann man sie ganz leicht einloggen.

Tipp für Fortgeschrittene: Wenn Du die Situation hast, dass die weiße Fläche vorne rechts ist, kannst Du (statt Y + L‘ U‘ L) auch eine der folgenden Varianten ausprobieren. Schau einfach, welche Dir am besten gefällt, oder nutze sie alle 3:

  • U R U‘ R‘ – „SexyMove rückwärts“ (siehe Erklärung weiter unten).
    Also Ecke auf die Seite stellen, Slot öffnen, Ecke eindrehen, Slot schließen.
  • R‘ F R F‘ – „Sledgehammer“ genannt. Also ‚wie mit dem Vorschlaghammer‘ die Ecke erst runter an ihren Platz hauen. Und diese dann mitsamt dem neu entstandenen weißen Block vorne links in Sicherheit bringen. Danach wird die weiße Unterseite wieder hergestellt.

Diese beiden Züge sind auch dann besonders gut geeignet, wenn die weiße Ecke schon mit ihrer farblich passenden Kante korrekt zusammensteht. Dann wird diese Kante gleich mit eingebaut („F2L“), weil das Kante-Ecke-Paar bei diesen beiden Zügen gar nicht getrennt wird.

Weiße Fläche oben

Ein wenig komplizierter ist es, wenn die weiße Fläche der gewünschten Ecke nach oben zeigt. Dann behilft man sich mit R U2 R‘ U‘ – und danach steht die Ecke perfekt ausgerichtet mit weißer Seite rechts, so dass sie wie in Fall 1 beschrieben eingeloggt werden kann (R U R‘).

Also rechten Slot öffnen, die dadurch gekippte weiße Ecke mit U2 auf die linke Seite stellen, rechten Slot schließen und die Ecke wieder zurück nach vorne rechts in die Ausgangsposition über ihren Slot stellen. Durch diesen Zwischenschritt steht sie dann perfekt für das Einloggen mit R U R‘ wie weiter oben beschrieben.

Mit diesem Wissen sollte es möglich sein, die erste Seite fertigzustellen. Wenn keine weiße Ecke mehr oben ist, sondern diese sich am falschen Platz und/oder in falscher Drehung auf der unteren Ebene befinden, dann holt man sie durch Einloggen einer gelben Ecke zunächst nach oben, um sie dann am richtigen Platz und richtig gedreht wieder einzuloggen.

Die Grundlagen und die Lösung der ersten Ebene kannst Du Dir auch in diesem Video anschauen:

Jetzt, wo die erste Ebene komplett fertig ist, kommt die mittlere Ebene in Teil 2 dieser Zauberwürfel-Anfängerlösung.

Lösungsweg in 3 Teilen: [erste Ebene] [zweite Ebene] [dritte Ebene]

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17 Kommentare zu Zauberwürfel-Anfängerlösung Teil 1: Erste Ebene (weiß)

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  3. Patrick sagt:

    Hallo Roland,

    Vielen dank für diese ausführliche Erklärung.
    Ich habe damit 2,5 Tage gebraucht um deine anfänger methode zu lernen.
    Jetzt läuft es schon ganz gut.

    An einer Stelle auf Ebene 1 habe ich lange gehakt, da ich vorher nicht aufmerksam genug gelesen habe.
    Beim einloggen der Ecken habe ich den würfel falsch herum gehalten (weiß oben) so funktioniert die zugfolge dann natürlich nicht.
    Vielleicht schreibst du an diese stelle nochmal, dass das weiße kreuz unten sein muss, um anderen die selbe Verzweiflung zu sparen

    Bin mal gespannt was ich noch spannendes in deinem blog finde.

    Lg Patrick

    • freshcuber sagt:

      Hi Patrick, vielen Dank für das Feedback. Ich habe es jetzt noch etwas deutlicher gemacht – neben dem Bild mit der weißen Unterseite steht jetzt fett „gelbe Seite oben“ und (neu) „weiße Seite unten“.
      Aber ehrlich gesagt, sieht man auf allen Abbildungen, dass die Ecke oben steht (neben dem gelben Mittelstein) und ihre Position unten ist. Da hattest Du wohl einen kleinen Blackout. Allerspätestens im Video sollte es aber klar werden und sich die „Verzweiflung“ in Wohlgefallen auflösen. 🙂
      Viele Grüße, Roland

  4. Kati sagt:

    Guten Tag, leider finde ich den Spickzettel für Anfänger nicht 🙁 wo kann ich ihn downloaden?
    Gruß Kati

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  12. Daniela sagt:

    Hi Roland

    Vielen Dank, dass ich mit Hilfe deiner guten Anleitung nun den Cube „meistere“. Als Mädchen wollte ich den immer mal hinkriegen, doch wurde ich 49, bis ich mir dazu die nötige Zeit genommen habe. Meiner Ansicht nach ist man oder frau nie zu alt dafür 😉
    Gruss, Daniela

    • Roland sagt:

      Na das freut mich ja, dass ich helfen konnte. Mit Ü40 ist man vielleicht nicht mehr in der besten Startposition, um den Cube unter 10 Sekunden lösen zu können, aber generell ist man erst über 130 zu alt dafür.
      LG, Roland

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