Gigaminx und Familie, Megaminx-Superflip

In meiner neuesten Ziicube-Bestellung war auch ein Gigaminx – ein lange gehegter Wunsch für meine Sammlung, der mir jedoch meist zu teuer war für ein Puzzle mit Stickern. Nachdem es ja inzwischen den 11×11 Examinx in modern und stickerless gibt, hatte ich eigentlich gehofft, dass auch der 5×5 Gigaminx mal in Stickerless erscheinen würde. Nun allerdings gab es den klassischen Gigaminx bei Ziicube für unter 20 Euro, und da habe ich ihn mir gegönnt.

Bevor ich ihn gescrambelt habe, um ihn wieder zu lösen, habe ich zunächst wie auf dem Foto zu sehen, das doppelte Superflip-Muster hineingedreht. Im Gegensatz zum Superflip auf dem normalen Cube ist hier etwas mehr Handarbeit angesagt. Ich habe es mit folgendem Algorithmus gemacht:

(L F R‘ F‘ L‘) U2′ (R U R U‘) R2′ U2 R

Dieser Algo flippt auf dem Megaminx zwei Kanten auf der Oberseite, die vordere und die rechts angrenzende Kante. Da ein Dodekaeder insgesamt 30 Kanten hat, muss man den Algorithmus also auf dem Megaminx 15 mal anwenden, um einen kompletten Superflip zu erzeugen, wie auf dem Bild rechts. Wenn Ihr es ausprobieren möchtet, denkt bitte daran, dass wegen der fünfeckigen Flächen eine Drehung U2′ etwas Anderes ist als U2. Glücklicherweise kann man die Drehungen ausführen, während der Megaminx bzw. Gigaminx auf dem Tisch steht; das macht es etwas einfacher und sicherer.

Um nun den Gigaminx zu superflippen, muss der obige Algorithmus zunächst auf den äußeren Ebenen und dann auf den inneren Ebenen angewandt werden. Also 15 mal greift Ihr L F R’…, so dass sich die ganzen 3er-Kantenblöcke wenden. Und dann weitere 15 mal greift Ihr jeweils zwei Layer, also quasi Lw Fw Rw’…

Also insgesamt 30 Mal diesen Algorithmus. Ganz schön häufig und auch etwas tricky, wenn man mal normale Drehungen macht und mal Wide Turns. Wie Ihr auf dem Bild rechts seht, hab ich mich dabei auch irgendwo vertan; jedenfalls sind drei Kanten-Center auf der orangen Seite nicht korrekt. Für das Aufmacher-Foto oben habe ich daher andere Seiten ohne Fehler gezeigt. 🙂

In dem oben schon verlinkten Artikel über den Superflip auf einem Würfel habe ich auch schon gezeigt, wie er auf einem 7x7x7 aussieht. Auch bei BigCubes muss man den Algo mehrfach anwenden, quasi von außen nach innen. Zunächst werden als Außen-Ebenen tatsächlich nur die einzelnen Ebenen L, R und U angesehen. Und dann geht es Runde für Runde tiefer rein: 2L, 2R und 2U zusammenfassen –  nd wenn der Cube größer ist als 5x5x5 kommt dann 3L, 3R und 3U, und so weiter. Bis zum 11x11x11 habe ich das schon gemacht.

Doch kommen wir nochmal zurück zum Gigaminx. Da der Superflip ja nicht ganz in Ordnung war, hab ich das Ding nach den Fotos gleich gescrambelt und zum ersten Mal gelöst. Es ist doch ein ziemlich langwieriges Puzzle, und besonders griffig finde ich ihn auch nicht zu drehen. Aber es hat geklappt und auch Spaß gemacht.

Mit dem neuen Gigaminx schließt sich übrigens eine Lücke in meiner Sammlung: Nun habe ich die Reihe komplett. Eine nette Familie. Von links nach rechts, hinten die geradzahligen, vorne die ungeradzahligen:

  • Kilominx (2×2)
  • Megaminx (3×3)
  • Master Kilominx (4×4)
  • Gigaminx (5×5)
  • Elite Kilominx (6×6)

Als nächstes kämen dann Teraminx (7×7), 8×8 Kilominx, Petaminx (9×9), Examinx (11×11), Zettaminx (13×13) und Yottaminx (15×15). Der Examinx ist übrigens industriegefertigt und außerdem stickerless. Wenn, dann den. 🙂

 

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4 Antworten zu Gigaminx und Familie, Megaminx-Superflip

  1. Klaus Leith sagt:

    Boah! Bin so sprachlos, dass ich gar nicht mehr sagen kann.

    Oder doch – ich frage mich, was denkbare praktische Obergrenzen n, m, p für (n×m×p)-„Würfel“ wären. Von welchen Parametern wäre das wohl abhängig? (Handspannweite, Sehvermögen, Würfelgewicht, … ?)

    Wie lautet deine Prognose: welcher noch gigantischere Würfel kommt innerhalb der nächsten zwölf Monate auf den Markt?

    • Roland sagt:

      Hi Klaus,
      einen 19x19x19 kann man z.B. bei ZiiCube für gut 700 Euro kaufen. Der aktuelle Rekord für einen Cube aus dem 3D-Drucker ist Gregs 33x33x33 (Foto in den Shownotes zum Freshcuber-Podcast Folge 22), aber der ist nicht wirklich nutzbar. Selbst ein Schachbrettmuster da hineinzudrehen dauert Stunden.

      Was fabrikgefertigte BigCubes betrifft, sehe ich da eher preislich die Obergrenze. Wer will schon über 1000 Euro für so ein Teil ausgeben? Es werden sehr wenige verkauft werden. Von der Lösung macht es auch nicht wirklich einen Unterschied, ob man einen 17×17 oder einen 21×21 lösen würde. Und der 17×17 kostet gerade mal die Hälfte vom 19×19. Man kann sogar zwischen zwei Herstellern wählen: Der Sengso wiegt gut 1kg und hat eine Größe von nur gut 12cm. Der YuXin wiegt fast 3kg und hat fast 18cm Größe. Erstaunlich, wie weit die beiden auseinanderliegen in Gewicht und Größe, während der Preis fast identisch ist. Kein Wunder, denn es sind ja quasi gleich viele Teile, und auch der Zusammenbau im Werk wird ähnlich lange dauern. Einfach mal auf ZiiCube.com 17×17 in das Suchfeld eingeben und staunen – auch wie ähnlich die sich sehen, trotz des Größenunterschieds…
      Gruß, Roland

      • Hans-Jürgen sagt:

        Ganz allgemein habe ich den Eindruck, dass alle Produktlinien weiterentwickelt werden, sobald das Vorgängerprodukt gekauft wurde. Durch die weltweite Vernetzung scheint das zu funktionieren. Der Markt hat dabei in den letzten Monaten nochmal einen enorm Schub bekommen, sogar bis in den heimischen Versandhandel.

        Bei den Würfeln und den Minxen darf man den Zeitaufwand nicht vergessen. Ganz grob angenähert kann man bei den Würfeln alle zwei Ebenen von doppelter Zeit ausgehen. Bei den Minxen habe ich nicht ausreichend Erfahrungswerte, der Zeitaufwand steigt aber enorm. Wie Roland schreibt, ist dort sitckerless eigentlich essentiell. Ab einer bestimmten Größe hat man Glück, wenn beim Auspacken alle Sticker drauf sind. Das erste Anfassen ist dann das nächste Abenteuer. Wenn die Lagerbestände weg sind, gibt es vielleicht auch die „kleinen“ Minxe stickerless.

        Um andere Bereich zu erwähnen: Es gibt schon 3x3x17 Quader, und selbst die Morphix gibt es als 8x8x8.

        Für die ursprüngliche Frage müsste man einen Spritzgießer befragen. Die ersten 11er Würfel waren 11cm groß, jetzt kriegt man 15 Ebenen auf fast gleicher Größe. In Würfelform entscheidet am Ende die Größe in Kombination mit Geschmeidigkeit und Gewicht über die Lösungsdauer hinweg. Bei den Minxen kann man in abgestelltem Zustand 6 der 12 Seiten bewegen, mit leichtem Kippen 11 der 12 Seiten. Selbst mit einem Würfel in Kissenform erhöht sich bei Abstützen/Abstellen die Lösungsdauer enorm.

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