Speedcubing

Auf dieser Seite gibt es ein paar hoffentlich nützliche Informationen für neue Speedcuber und solche, die es werden wollen. Oder die einfach mal zuschauen wollen. Oder die nen gescheiten Cube kaufen wollen. Oder…

Inhalt (bisher):

(Seite im Aufbau)

Speedcubing lernen

Mit einer Portion Fleiß und Durchhaltewillen kann quasi jeder zum Speedcuber werden. Meine Empfehlung: Zunächst eine gute Anfängerlösung lernen, die nicht überfordert, und die so ausgelegt ist, dass man von dort in kleinen Schritten recht einfach auf eine Speedcubing-Methode wechseln kann. Das leistet natürlich meine hier im Freshcuber-Blog gezeigte Anfängermethode.

Wenn man mit einer solchen Anfängerlösung den Zauberwürfel Ebene für Ebene in ca. 60 bis 90 Sekunden lösen kann, und man Lust verspürt, noch schneller zu werden, empfiehlt sich der Umstieg auf eine Speedcubing-Methode.

Die am meisten verbreitete Speedcubing-Methode ist CFOP, auch Fridrich-Methode genannt. Im Freshcuber-Blog gibt es hier die Seite zum sanften Umstieg auf CFOP. Es ist Euch überlassen, ob Ihr zunächst die beiden unteren Ebenen gemeinsam mit F2L lösen möchtet, oder ob Ihr Euch lieber zunächst auf die Speedcubing-Lösung der oberen Ebene mit OLL und PLL konzentrieren möchtet. Oder ob Ihr beide Schritte gleichzeitig neu lernen möchtet.

Eine Übersicht über meine diversen Lösungs-Artikel zum 3×3-Cube findet Ihr übrigens ganz einfach unter dem gut zu merkenden Link freshcuber.de/3×3

Gute Speedcubes kaufen

Kaum etwas ist schlimmer, als wenn man sich ein schönes Hobby durch schlechte Geräte verleidet. Man muss zwar keinen Steinway haben, um Klavierspielen zu lernen, aber auf einem total verstimmten Piano, bei dem etliche Tasten klemmen, kommt nicht wirklich Freude auf. Daher empfehle ich auch für Anfänger, selbst wenn ihnen die Zeiten nicht so wichtig sind, gut drehbare Speedcubes. Mit Dachbodenfunden aus den 1980ern oder mit Billigst-Cubes aus dem Euroshop wird man schnell wieder aufgeben, weil der Spaß auf der Strecke bleibt.

Ich persönlich bevorzuge aufkleberfreie Cubes, also “stickerless”. Die sehen zwar nicht so klassisch aus wie der original Zauberwürfel, aber dafür lösen bzw. verschleissen auch keine Sticker. Ich finde auch die Erkennbarkeit der Farben besser.

A propos Original-Zauberwürfel. Der ist von Rubik’s. Aber leider kein Speedcube – bis auf ein Modell (RSC), das sie in Zusammenarbeit mit der Firma Gan herausgebracht haben, und das m.W. nicht in Geschäften in Deutschland verkauft wird. Die im Einzelhandel erhältlichen Rubik’s Cubes drehen sich im Vergleich zu guten Speedcubes deutlich schlechter und lauter. Würde ich daher – bis auf den RSC – nicht empfehlen.

Aber all dies ist nur meine persönliche Einschätzung; kauft was Ihr wollt und wo Ihr wollt. Aber vielleicht interessieren Euch ja doch meine Empfehlungen:

Budget Speedcubes

Schon für sehr wenig Geld bekommt man den QiYi Warrior W, einen wirklich gut und schnell drehbaren Anfänger-Speedcube. Auch der MoFang JiaoShi MF3RS bekommt als Budget Cube gute Kritiken. Wer lieber einen Cube mit Magneten haben möchte, sollte vielleicht nach dem YJ YuLong V2 Magnetic 3×3 suchen, den Vito in Episode 9 des Freshcuber-Podcasts empfohlen hat.

Den Warrior W gibt es z.B. in Hongkong für ca. 2 Euro, und für den YuLong zahlt man etwa 8 Dollar (+ Versand).

Magneten braucht man als Anfänger eigentlich nicht. Bei Lösungszeiten über 20 Sekunden spielen sie nicht wirklich eine Rolle, und da reicht auch ein guter Budget Cube wie die oben genannten. Magneten verleihen dem Cube ggf. zusätzliche Stabilität, und auch beim einhändigen Cuben sind sie wirklich hilfreich. Aber meine Solves von derzeit meist 23 bis 30 Sekunden, die könnte ich gleich “schnell” auch auf preisgünstigen Budget Cubes ohne Magneten machen.

In den Kommentaren hat Jens Schubert noch auf den YuXin Little Magic hingewiesen, einen Budget Cube, von dem man auch viel Gutes hört. Man bekommt ihn mit oder ohne Magneten, aber da würde ich eher eine Version mit Magneten empfehlen. Siehe auch dieses Video.

Mittelklasse

Wer lieber etwas mehr ausgeben möchte, der findet bestimmt z.B. im Sortiment von Cubikon oder ausländischen Cube-Shops passende Angebote etwa im Preisbereich von 10 bis 25 Euro. Spezielle Tipps habe ich in dieser Klasse derzeit nicht.

Top Speedcubes

Meine beiden besten Speedcubes heißen Gan 354 M und MoYu WeiLong GTS 3 M. Der Gan ist etwas kleiner (54 statt der üblichen 57mm), was mir beim einhändigen Lösen hilft, was aber auch für Cuber mit kleineren Händen interessant sein kann. Der GTS 3 M ist mein Main-Cube für das normale (beidhändige) Speedcuben. Er hat “Ridges”, also kleine Erhöhungen der Kanten, die die Griffigkeit erhöhen sollen. Mich stören sie nicht, aber wichtig sind sie auch nicht. Manche Cuber mögen aber die Ridges nicht und verwenden wie z.B. der momentane Weltrekord-Halter (3.47s) lieber den Vorgänger MoYu WeiLong GTS 2 M, den ich ebenfalls besitze und gut finde. Ähnlich erscheint mir The Valk Power M, auch empfehlenswert. Ich persönlich mag die stärkeren Magneten des GTS 3 M aber lieber.

MoYu hat auf die Kritik an den Ridges und den ziemlich starken Magneten des GTS 3 M reagiert und daher zunächst den GTS 3 LM herausgegeben, wobei das LM für Light Magnets steht, also schwächere Magneten. Diesen gibt es jetzt auch als MoYu WeiLong WR M ohne Ridges. Auch den hat Vito in besagter Podcast-Folge 9 besprochen.

Sein Lieblings Cube, quasi der Rolls Royce unter den derzeitigen Cubes, ist allerdings der Gan 356 X, der mit austauschbaren Magneten und anderem HiTech aufwarten kann, was ihn anpassbar wie keinen anderen Cube macht. Allerdings ist man da schon bei gut 60 Euro.

Wer es noch exklusiver mag, für den gibt es Premium Cubes in den verschiedenen Cube Shops. Für einige Dollar mehr wird so z.B. aus dem Gan 356 X der Angstrom 356 X, der von Experten geschmiert und eingestellt wurde.

Im Vergleich zu Rubik’s Masterpiece Cube ist der allerdings noch immer spottbillig. Und dabei ist der Masterpiece Cube nicht einmal ein Speedcube. Und außerdem nicht für Wettbewerbe zugelassen. 😉

Lube your Cube 🙂

Darum wie man seinen Cube am besten “ölt” oder “schmiert”, ranken sich viele Legenden, geheimnisvolle Rezepte, spezielle Zutaten und unheimliche Rituale. 😉

Für den Anfänger ist es aber meines Erachtens nicht so kompliziert. In den 1980ern haben wir entweder Vaseline oder Graphit in unsere schwergängigen Rubik’s Cubes geschmiert, aber beides kann ich absolut NICHT empfehlen. Von Graphit gibt es schwarze Finger. Und quasi alles, was fettig oder ölig ist, schadet auf Dauer dem Kunststoff im Cube.

Zu Beginn meiner Cubing-Neuzeit habe ich es mit Caramba SilikonSPRAY versucht, das auch irgendwo empfohlen wurde. Im Artikel Gleitmittel habe ich schon vor einiger Zeit davon berichtet. Seitdem habe ich das Spray nicht mehr verwendet und kann es auch nicht mehr empfehlen.

Mein Tipp (ohne Gewähr!) ist Silikon-Öl. Gibt’s zum Beispiel als Reely Differenzial-Silikon-Öl in der Modellbau-Abteilung von Conrad für knapp 6 Euro. Die Viskosität 1000 finde ich gut geeignet. Das 3000er, das ich zunächst gekauft hatte, ist deutlich zähflüssiger; das verwende ich nur für lahme Cubes, wie z.B. irgendwelche alten Foto-Würfel. Oder vielleicht mal ein Tröpfchen zwischen Schraube, Unterlegscheibe und Feder des Centersteins, wenn die Feder dort beim Drehen unangenehme Geräusche macht.

Von speziellen Cube-Lubes habe ich bisher nur die beiden oben abgebildeten Mini-Fläschchen MoYu Lube ausprobiert. Für fast das gleiche Geld bekommt man hier jeweils 5ml statt 60ml.

MoYu Lube V1 ist ein Silikonöl, also vergleichbar mit dem oben genannten Reely. Im Gegensatz ist V2 wasserlöslich, was den Cube zwar schneller macht, aber dafür ist die Wirkung nicht so lange anhaltend.

Ich hätte ja die Farbe Blau für das wässrige Lube genommen, aber bei MoYu hat man sich genau andersherum entschieden. Naja, egal…

Daher meine Empfehlung: Kauft Euch Silikonöl, z.B. das 1000er oder evtl. sogar noch etwas dünnflüssiger. Wenn Ihr das Gefühl habt, zusätzlich noch ein Lube auf Wasserbasis haben zu wollen, dann z.B. das V2 oder ein anderes aus einem Cubeshop.

Wenn Ihr nicht gerade die Federn schmieren möchtet (wegen knarzenden Geräuschen beim Drehen), dann reicht es gewöhnlich, die Ebenen des Cubes etwas zu verkanten, so dass man ein Tröpfchen Lube auf die Flächen geben kann, die aneinander vorbeigleiten. Dann den Cube reichlich in allen Ebenen drehen, so dass sich das Schmiermittel an alle Steine verteilen kann.

Wichtig ist, es mit dem Lube nicht zu übertreiben. 1 bis 2 Tropfen reichen. Denn wenn der Cube zu stark geschmiert ist, wird er nicht schneller, sondern langsamer. Gegebenenfalls hilft eher gründliches Reinigen der Innereien, dann Schrauben lockerer einstellen und den Cube sparsam schmieren.

Competitions besuchen

Wenn Du Freude am Lösen des Cubes hast, dann empfehle ich Dir, relativ bald eine Competition zu besuchen, um auch andere kennenzulernen, die sich ebenfalls für Zauberwürfel und Speedcubing interessieren. Man kann dort als Besucher oder als Teilnehmer aufkreuzen, muss sich aber auch als Gast meist vorher anmelden (und als Teilnehmer sowieso).

Meine erste Competition war die Hessen Open 2016 in Lampertheim. Weil ich damals noch etwa 50-60 Sekunden für das Lösen des 3×3-Cubes brauchte, habe ich mich nicht als Teilnehmer angemeldet, sondern nur als Besucher. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich ruhig schon mitmachen können, also als Teilnehmer. Denn es ist eine sehr schöne Atmosphäre, und selbst wenn man Letzter wird, lacht einen niemand aus. Alle sind freundlich, und vielleicht gibt Dir auch der Eine oder Andere noch Tipps, wie Du schneller werden kannst.

Bei den German Nationals 2016 im Oktober in Köln-Deutz habe ich dann zum ersten mal teilgenommen. Meine Durchschnittszeit war 47 Sekunden und ich habe Platz 119 von 124 Teilnehmern erreicht. Aber es war trotzdem sehr schön und hat großen Spaß gemacht.

Wenn Du also etwa durchschnittlich bei ca. 60-90 Sekunden oder schneller bist, würde ich eine Teilnahme empfehlen. Gerade beim 3×3 ist das Zeitlimit sehr locker – oft 4 oder 5 Minuten – so dass auch Anfänger eine gute Chance haben, ohne dass Ihr Versuch vorzeitig abgebrochen werden muss.

Mit Deiner ersten Teilnahme erhältst Du eine WCA-ID, unter der alle Deine Ergebnisse vermerkt werden, und die Dich quasi zum offiziellen Speedcuber macht. Auf der entsprechenden Seite (hier ist meine: 2016FRIS02) kannst Du dann Deine Ergebnisse und Fortschritte jederzeit einsehen.

Aber auch wenn Du Dich noch nicht traust teilzunehmen, ist ein Besuch dennoch empfehlenswert. Wenn Du rechtzeitig morgens zum Anfänger-Tutorial da bist und die Grundlagen kennst, kannst Du Dich auch als Judge betätigen, also quasi als Schiedsrichter, indem Du jeweils einen Solve beaufsichtigst, das Ergebnis einträgst, etc. Es braucht Dir also nicht langweilig werden dort. 🙂

Auf der Wettbewerbs-Seite der WCA sind alle kommenden Competitions aufgelistet. Man kann die Region z.B. auf Europa oder ein bestimmtes Land einschränken. Wenn man die gewünschte Competition anklickt, erhält man alle Infos zur Anmeldung, etc. Auch zur Frage, ob (und wie) Teilnahmegebühren und Zuschauer-Eintrittspreise gezahlt werden müssen.

Vielleicht sehen wir uns ja mal auf einer Competition. Ich trage fast immer irgendein T-Shirt, bei dem freshcuber.de auf dem Rücken steht. Ihr braucht also meine Visage nicht auswendiglernen, sondern ich bin beschriftet. 😉 Sprecht mich gerne an, wenn Ihr mögt. Die nächsten Competitions, für die ich mich bisher angemeldet habe, sind:

(ohne Gewähr)

Es lohnt sich übrigens, öfters auf der oben genannten WCA-Seite vorbeizuschauen, denn viele Wettbewerbe sind relativ schnell ausgebucht. Die drei Obengenannten haben allerdings noch Plätze frei. 🙂