Lösungshilfe für den Axis Cube

Der Axis Cube ist eine raffinierte Formvariante des normalen 3×3 Zauberwürfels. Das Achsenkreuz ist dabei so verdreht, dass die Centersteine auf den Kanten zu liegen kommen. Allerdings nicht mittig; das wäre zu einfach. 😉

Um den Axis Cube zu lösen, sollte man mit dem normalen 3×3 Zauberwürfel schon ziemlich sicher sein. Eine gute Anfängermethode reicht völlig; für solche Cubes nimmt man meines Erachtens am besten eh keine Speedcubing-Methode. Zu leicht kommt man aufgrund der stacheligen Form solcher Formvarianten bei längeren Algorithmen durcheinander.

Zunächst sollte man sich deutlich machen, welche Steine des Axis Cube welchen auf dem normalen 3×3-Zauberwürfel entsprechen. Ich habe Euch das mal farblich markiert:

Die Center sind am einfachsten zu erkennen. Von oben betrachtet haben sie natürlich eine quadratische Form. Auch wenn der Axis Cube verdreht ist, kann man die Mittelsteine daran erkennen – und auch daran, dass sie das Zentrum jeder Drehung bilden. Unter den Centercaps ist die Schraube und die Drehachse. Beim Axis Cube sind die Centersteine allesamt zweifarbig. Daher muss man sie beim Lösen auch korrekt ausrichten. Dafür gibt es bestimmte Algorithmen (siehe Uhrzeigerproblem), aber letztlich braucht man dies nur auf der Oberseite, denn es bietet sich an, die ersten 5 Center direkt richtig zu stellen und möglichst nur Züge zu verwenden, die dies auch nicht nachträglich durcheinanderbringen. Auch da ist die Anfängermethode im Vorteil, denn z.B. die meisten U-Perms rotieren auch mindestens einen seitlichen Center.

Angrenzend an die vier Seiten eines Centersteins stehen vier Kantensteine, die zusammen mit ihm ein Kreuz bilden. Wie auch beim normalen 3×3 stehen die 12 Kantensteine also jeweils zwischen zwei Centersteinen. Wie man aber sieht, sind die Kantensteine hier nicht alle gleich, sondern es gibt 2 verschiedene Typen: 6 Trapezförmige einfarbige Kantensteine, die auf den Flächen zu liegen kommen, sowie 6 zweifarbige Kantensteine, die tatsächlich Kanten des Axis Cube bilden.

Auch bei den 8 Ecksteinen gibt es zwei verschiedene Typen: 2 dreifarbige Ecksteine, die später genau diagonal gegenüber liegen. Die sehen tatsächlich wie Ecken aus, oh Wunder! Die restlichen 6 Eckesteine sind einfarbige Dreiecke, die jeweils an die kürzere Grundseite der Trapez-Kanten angrenzen.

Die Lösung des Axis Cube

Beim Drehen verrutschen einem die Ebenen gerne mal, weil sich der Axis Cube nicht gerade bequem greift. Daher gibt es kein wackelig frustrierendes Video, sondern “nur” einige Lösungshilfen, natürlich entlang der oben verlinkten Anfängerlösung. Aber es sollte sich zusammen mit den obigen Erklärungen auch auf jede andere Zauberwürfel-Anfängermethode übertragen lassen.

Erste Ebene

Zunächst sucht man sich also einen beliebigen Centerstein und umgibt ihn mit den 4 passenden Kanten. Beim normalen Cube ist das das “weiße Kreuz” (Schritt 1.1), hier ist es in jedem Falle zweifarbig.

Wenn das Kreuz der ersten Ebene geschafft ist, kommen die Ecken der ersten Ebene (Schritt 1.2). Dabei werdet Ihr immer schon eine der beiden dreifarbigen Ecken verbauen und drei der einfarbigen Dreiecks-Ecken.

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Zweite Ebene

Da die Mittelsteine ja zweifarbig sind, müssen wir hier einen Schritt mehr machen als beim normalen Zauberwürfel. Und zwar müssen die 4 Center der mittleren Ebene orientiert werden. Praktischerweise macht man das jetzt, bevor man die Kanten der mittleren Ebene einsetzt.

Ich halte dazu die gelöste Seite nach unten und schaue erst einmal, wie die mittleren Center zu den Farben der unteren Ebene passen. Wenn ich die richtige Position der Center gefunden habe, dann halte ich den ersten falsch orientierten Centerstein nach rechts. Dann überlege ich mir, wie er verdreht werden muss: R, R’ oder R2, also 90° im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn oder 180°? Das ist nicht immer ganz leicht zu erkennen beim Axis Cube; notfalls muss man halt nochmal korrigieren.

Jedenfalls drehe ich nun R2, womit 3 gelöste Steine der Unterseite nach oben kommen. Denen soll ja möglichst nix passieren. Also stelle ich sie mit U2 oben links in Sicherheit. Nun kann ich den falsch ausgerichteten Centerstein mit R, R’ oder R2 passend stellen. Und dann mach ich die beiden Züge rückgängig, also U2 und R2. Damit sind die 3 Steine wieder korrekt unten angekommen und der Centerstein darüber sollte nun passen.

Wem der Vorgang nicht klar ist, der schaue vielleicht mal auf der Lösungs-Seite in die Videos der anderen 3×3-Formvarianten mit Centersteinen, die ausgerichtet werden müssen. Beispielsweise beim Cake-Cube ab Minute 4:05.

Wenn alle 4 Centersteine der mittleren Ebene korrekt sind, können die Kanten der mittleren Ebene eingebaut werden (Schritt 2 der Anfängerlösung). 2 einfarbige Trapez-Kanten und 2 zweifarbige Kanten-Kanten 😉 werden das beim Axis Cube sein.

Die unteren zwei Ebenen sehen jetzt zwar prima aus, aber oben drauf ist noch Chaos. Also, weiter geht’s:

Dritte Ebene

Zunächst machen wir das, was dem “gelben Kreuz” entspricht, also die Ausrichtung der Kanten auf der Oberseite (Schritt 3.1). Man sieht nicht ganz so leicht, welche Kanten schon richtig rum stehen und welche noch gewendet werden müssen. Aber durch mehrfaches Drehen der oberen Ebene kann man jede Kante an ihren zukünftigen Platz bewegen und schauen, ob sie noch auf dem Kopf steht. Wenn das geklärt ist, können dies falsch orientierten Kanten gewendet und alle Kanten anschließend korrekt positioniert werden (Schritt 3.2).

Nun müssen nur noch die Ecken positioniert und orientiert werden. Beim normalen Cube empfehle ich erst die Drehung der Ecken “Gelb nach oben” (Schritt 3.3) und dann die Positionierung an die jeweils richtige Stelle (Schritt 3.4). Hier beim Axis Cube ist es wohl andersrum einfacher, und zum Glück sind diese beiden Schritte auch unabhängig voneinander, so dass wir sie auch tauschen können. Jedenfalls sieht man auf dem Foto direkt, dass die beiden Ecken mit Weiß noch ihre Plätze tauschen müssen, ebenso die rote und die blaue Ecke. In welche Richtung sie dabei kippen müssen, ist nicht so leicht zu erkennen.

Also erst einmal alle Ecken an ihren Platz (mit “runter, raus, rauf, Farben merken…”). Wenn alle Ecken ihren Platz gefunden haben, sieht man ganz leicht, welche noch gedreht werden müssen (mit “runter, raus, rauf, rein”).

Hat man das geschafft, ist der Axis Cube entweder fertig gelöst, oder er sieht jetzt so aus:

Der obere Center muss also eventuell noch um 180° gedreht werden. Wie man im Artikel über das Uhrzeigerproblem lesen kann, geht das ganz einfach mit diesem Zug:

U’ R’ U’ R (5 mal)

Nun sollte der Axis Cube gelöst sein. Herzlichen Glückwunsch!

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Kleines Extra: Der einfarbige Axis Cube

Durch einen Kommentar von Thomas Janczura bin ich überhaupt darauf gekommen, endlich mal eine Lösungshilfe für den Axis Cube zu schreiben. Seiner ist allerdings einfarbig, was es teilweise leichter, teilweise aber auch deutlich schwerer machen dürfte.

Zwar muss man nicht darauf achten, welche Trapez-Kante etc. man nun genau einsetzt. Anfangs ist es daher einfacher.

Ich habe zwar diesen einfarbigen Axis Cube nicht, aber man kann ihn natürlich simulieren, indem man beim Lösen des sechsfarbigen nur auf die Form achtet und die Farben dem Zufall überlässt. Und wie ich mir schon dachte, kommt es hier beim Lösen der letzten Ebene zu verschiedenen Parity-Fällen, also Situationen, die am normalen 3×3 nicht auftreten. Sollte man also feststellen, dass es bei Ebene 3 nicht aufgeht, so muss man sich überlegen, welche Vertauschung oder Verdrehung das beheben könnte. Vielleicht mal eine der oberen Kanten auf der mittleren Ebene einsetzen, etc. Oder wenn augenscheinlich eine einzelne Ecke noch gedreht werden müsste, dann daran denken, dass man ja eine der beiden Ecken mit 3 Stickern ebenfalls mitdrehen kann, ohne das man es ihr ansieht.

Es kann sogar sein, dass lediglich ein einzelner Mittelstein gedreht werden muss. Laut dem Artikel über das Uhrzeigerproblem ist das alleine nicht möglich: Entweder sind 2 Center um je 90° zu drehen, oder ein einzelner um 180°. Also ist hier noch was Anderes falsch. Vielleicht gibt es hier auch sowas wie Void Cube Parity? Ich weiss nicht, ob sich eine 90°-Drehung des gesamten Achsenkreuzes auch auf die Ausrichtung der einzelnen Centerplätze auswirkt. Wie auch immer, viel Spaß beim Suchen. 🙂

Mit solchen kleinen Tricks auf der letzten Ebene und fleißigem Rumprobieren sollte sich auch der einfarbige Axis Cube irgendwie bezwingen lassen. Ich hab ihn mir beim “Einfarbig”-Lösen jetzt 3 oder 4mal vermurkst und werde das Parity-Problem daher erst einmal vertagen. Wenn mir jemand den echten einfarbigen Axis Cube schenkt, geht es wahrscheinlich schneller…

 

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3 Antworten zu Lösungshilfe für den Axis Cube

  1. Hans-Jürgen sagt:

    Den 90° Effekt kenne ich.

    In der Spiegel/Singmaster Lösung gibt es einen Algorithmus, der dort zum Tauschen von zwei Kanten dient. Führt man diesen an einem gelösten und markierten Würfel aus, sieht man dass er einige Nebeneffekte hat, dabei auch eine 90° Drehung des Mittelsteins. Der Schlüssel dazu ist das Tauschen von benachbarten Kanten und gegenüberliegenden Ecken.

    Beim 2-Look PLL gibt es sowas nicht. Man muss die Ebene so drehen, dass eine Kante richtig, und drei falsch sind. Genau das ist die ominöse 90°-Drehung des Mittelsteins. Bei den Ecken wird damit aus der gegenüberliegend paarweisen Vertauschung eine doppelte benachbarte Vertauschung, die sich zur Not auch auf zwei Dreierzyklen auflösen lassen.

    • Roland sagt:

      Vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ich habe es mittlerweile so gelöst:
      1) Die beiden langen Kanten (zweifarbig) nach vorne und rechts halten, um mit f R U R’ U’ f’ die beiden Trapez-Kanten (einfarbig) zu flippen.
      2) Dann die U-Ebene drehen, um die Kanten auszurichten. Eine lange und eine Trapez-Kante werden passen. Die beiden, die noch getauscht werden müssen, nach vorne und links, dann Sune+U. Sune allein verändert zwar den Centerstein nicht, aber durch das U kommt er aus seiner 90°-Position.
      3) Wenn nötig, den Centerstein um 180° drehen (siehe oben im Artikel).
      4) Weiter mit den Ecken.

      • Hans-Jürgen sagt:

        Nach genauerer Überlegung würde ich sagen, dass die 90° Drehung eine Folge von beliebiger Kombination aus vertauschtem Kantenpaar und vertauschtem Eckenpaar ist, egal wo und wie die Paare zueinander liegen.
        Stichprobentests zufolge drehen die entsprechenden 1-Look-PLL Perms (FJNRTVY) den Mittelstein um 90°.
        Somit sollte das nur auf einem 3x3x3 möglich sein, bei dem entsprechende nicht unterscheidbare Paare vorhanden sind.

        P.S.: Der Algorithmus zur allgemeinen Lösung der 90° Effekts wäre dann ein echter O-Perm 😉

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