5x5x5, Speedcubing für Anfänger (Hoya-Methode)

Tutorial in 5 Schritten: [4 Centerfelder] [4 weiße Kantenpaare]
[2 Centerfelder] [8 Kantenpaare und Parity] [3×3-Teil]

Anfang 2018 habe ich bereits einen gemeinsamen Artikel zur Lösung des 4×4 und des 5×5 nach der Hoya-Methode, die ich auch Anfängern empfehle, geschrieben. Zunächst dachte ich, das sei eine gute Idee, beide Cubes zusammenzufassen. Während des Schreibens habe ich dann aber gemerkt, dass es doch an einigen Stellen unübersichtlich wird, das Ganze parallel für den 4×4 und den 5×5 zu erklären, denn ein paar Unterschiede gibt es doch, trotz grundsätzlich gleicher Methode. Deshalb gibt es nun jeweils einen eigenen Artikel. Nach dem 4×4 hier nun die Lösung des 5×5:

In diesem Artikel möchte ich zeigen, wie man den 5×5-Zauberwürfel – traditionell Professor’s Cube genannt – löst.

Zwar hatte ich früher im alten Blog schon ein Anfänger-Lösungssystem als Video vorgestellt, doch inzwischen habe ich 5 Jahre mehr Erfahrung, und ich bin überzeugt, dass man auch als Anfänger gut mit der Hoya-Methode der Speedcuber zurechtkommt. Es ist nicht wirklich komplizierter, aber deutlich schneller. Dadurch, dass man erst die weißen Kanten alle auf die Unterseite bringt und sich danach erst auf die restlichen Kanten konzentriert, ist es auch strukturierter und damit gerade für Anfänger übersichtlicher.

Das Grundprinzip der Hoya-Methode ist außerdem gleich wie bei reinen Anfängermethoden: Reduktion des 5×5 (oder 4×4) auf einen 3×3. Wenn man alle Center und alle Kanten farblich sortiert hat, dreht man nur noch die Außen-Layer und kann ihn im Prinzip wie einen 3×3 lösen. Um das Lösen des 5×5 (oder 4×4) zu lernen, sollte man daher bereits in der Lage sein, den 3×3 sicher lösen zu können; egal ob mit Anfängermethode oder Fridrich, etc.

Ich werde nun zu den einzelnen Schritten jeweils einige Erklärungen abgeben. Aber die Details entnehmt Ihr bitte dem Video zum jeweiligen Abschnitt.

Grundsätzliches

Der 5×5-Zauberwürfel hat – wie alle ungeradzahligen Cubes, also auch 3×3, 7×7, 17×17, etc. – feste Mittelsteine auf jeder Seite. An ihnen kann man erkennen, welche Farbe auf die jeweilige Seite gehört. Man muss also nur 8 der 9 Centersteine auf jeder der 6 Seiten lösen. Zunächst werden wir aber nur 4 der 6 Centerfelder lösen.

Beim 5×5 sind zwar mehr Center und mehr Kanten zu sortieren (9 Centersteine auf jeder der 6 Seiten und 3 Kantensteine auf jeder der 12 Kanten). Aber dadurch, dass es feste Mittelsteine gibt, entfällt das Problem mit der Anordnung der Farben. In dieser Hinsicht ist er sogar einfacher als der 4×4.

Auch wenn es beim 5×5 jeweils 3 Kantensteine mit den gleichen Farben gibt, nenne ich diese 3er-Gruppe der Einfachheit halber auch Kantenpärchen. Oder wäre Euch „Kantendreiergrüppchen“ lieber? 😉

Bei der Hoya-Methode, wie ich sie anwende und auch Anfängern erkläre, gehen wir beim Lösen der Center nicht völlig farbneutral vor, sondern lösen den 5×5 in folgenden 5 groben Schritten:

Schritt 1: Vier Centerfelder lösen
(alle außer Gelb und ein angrenzendes Centerfeld)

  • Erstes Centerfeld lösen mit einer der seitlichen Farben auf dem Cube, also Rot, Grün, Orange oder Blau. Am besten mit einem beginnen, bei dem sich möglichst einfach eine Reihe durch den Mittelstein erstellen lässt.
  • Das fertige erste Centerfeld jetzt nach unten halten und gegenüber liegend, also oben, das zweite Centerfeld lösen, mit der Gegenfarbe, die auch auf dem normalen 3×3-Würfel gegenüber ist. Wenn man z.B. mit Rot begonnen hat, dann kommt gegenüber Orange hin.
  • Nun werden die beiden gelösten Centerfelder rechts und links gehalten und als dritte Seite das dritte Centerfeld, weiß, gelöst.
  • Dann kommt das vierte Centerfeld, das auf einer Seite an die weiße Seite angrenzt. Wenn rechts und links z.B. Rot und Orange sind, dann entweder Blau oder Grün.

Schritt 2: Vier weiße Kantenpaare lösen (weißes Kreuz)

  • Nun drehen wir weiß nach unten und die beiden noch ungelösten Centerfelder halten wir so, dass sie vorne und oben sind. Jetzt werden auf der Unterseite nacheinander und in der richtigen Reihenfolge die Kantenpärchen mit weiß gebildet, also rot-weiß, grün-weiß, orange-weiß und blau-weiß.

Schritt 3: Die restlichen 2 Centerfelder lösen (Gelb und was übrig bleibt)

  • Das weiße Kreuz nun an den seitlichen Centern ausrichten. Um jetzt Platz zu schaffen für die beiden noch verbliebenen Centerfelder, machen wir folgenden Vorbereitungszug: F L.
  • Nun können die beiden verbliebenen Centerfelder sortiert werden. Wenn man oben gelb zusammenbaut, sollte vorne die verbliebene sechste Farbe automatisch übrig bleiben.
  • Mit L‘ F‘, also der Rücknahme des Vorbereitungszuges, werden die beiden in Sicherheit geparkten weißen Kantenpaare wieder an ihren Platz gebracht. Nun sind alle Center und die weißen Kanten korrekt.

Schritt 4: Die acht restlichen Kantenpaare lösen

  • Nun werden die restlichen 8 Kantenpaare gebildet – am besten mit der hier gezeigten FreeSlice-Methode für den 5×5.
  • Auf dem 5×5 bleibt eventuell ein einzelnes ungelöstes Kanten-Dreierpärchen übrig, das man mit einem OLL-Parity-Zug lösen kann.

Schritt 5: Wie ein 3×3 lösen

  • Jetzt sind alle Centerfelder und Kantenpaare korrekt, und der Cube kann wie ein 3x3x3 gelöst werden, indem man nur noch die äußeren Layer dreht.

Es klingt alles komplizierter als es ist. Ich werde die einzelnen Schritte noch ausführlich erklären und bebildern, sowie mit fresh gecubten Erklärbär-Videos garnieren. 😉

Schritt 1: Vier Centerfelder lösen

Zunächst werden die Center von 4 der 6 Seiten gelöst. Nur Gelb und eine angrenzende Seite lassen wir übrig für später. Zunächst aber ein paar Anmerkungen zu den Centersteinen:

Beim Sortieren der Center merkt man schnell, dass es 3 verschiedene Typen von (einfarbigen) Centersteinen gibt. In der Abbildung rechts habe ich diese Plätze schematisch farblich markiert.

  • Zunächst die mittleren Center, auch Mittelsteine genannt, die jeweils das Zentrum des Centerfeldes bilden und die unverrückbar an ihrem Platz stehen (im Bild orange).
  • Daran angrenzend die 4 Kanten-Center, die zusammen mit dem Mittelstein ein Kreuz bilden können (im Bild blau).
  • Außerdem die 4 Ecken-Center, deren Plätze im Bild grün dargestellt sind.

Egal wie man dreht: Ecken-Center bleiben immer Ecken-Center und Kanten-Center immer Kanten-Center.

1.1) Erstes Centerfeld lösen

Erst einmal nutzen wir die Inspektionszeit und überlegen, mit welcher seitlichen Farbe wir beginnen möchten. Also Rot, Grün, Orange oder Blau.
Und nicht Gelb oder Weiß, denn das sind ja die Farben der Ober- bzw. Unterseite.

Es bietet sich an, danach zu schauen, ob man irgendwo einfach eine Reihe durch den mittleren Centerstein bilden kann. Im abgebildeten Fall ist dies ganz einfach durch eine Rw-Drehung zu erreichen. Die Centerfelder lassen sich am besten lösen, wenn man zunächst die mittlere Dreierreihe bildet und dann die angrenzenden Flächen nutzt, um die äußeren Dreierreihen zu bilden und neben die mittlere Dreierreihe hochzudrehen.

Hier im Beispiel beginnen wir mit Rot. Später solltet Ihr aber mit einer beliebigen der 4 genannten seitlichen Farben des Würfels beginnen, und zwar mit der, die möglichst günstig steht.

1.2) Zweites Centerfeld lösen

Wenn das erste Centerfeld fertig ist, drehen wir den Würfel so, dass es unten ist, und machen auf der Oberseite das Centerfeld mit der Gegenfarbe. Wenn man z.B. mit Rot begonnen hat, dann kommt gegenüber Orange hin, wie man ja auch an dem mittleren Center sieht.

Dies ist jetzt nicht mehr ganz so einfach, denn wir müssen ja aufpassen, dass wir das Centerfeld auf der Unterseite nicht wieder zerstören. Aber mit dem üblichen „öffnen, reindrehen, schließen“ wie in der 3×3-Anfängermethode lässt sich auch hier einiges erreichen.

Kleiner Trick: Wenn Ihr – wie abgebildet – ein „T“ auf der Oberseite habt, dann kann man mit einem einzigen Kanten-Center gleich 2 Reihen bilden. Rw U Rw‘. Zunächst wird also mit Rw der einzelne Kanten-Centerstein Teil der mittleren Reihe, diese wird dann senkrecht gestellt und dann wird die nach hinten verschwundene Reihe (oberer Strich des „T“) daneben eingebaut (und gleichzeitig das rote Centerfeld wieder repariert). Genial, oder?

Wichtig: Immer dran denken, wenn Ihr „öffnet“ (mit Rw‘ oder Lw), gehen unten (und ggf. hinten) die bereits gelösten Centerfelder kurzfristig auseinander, bis Ihr wieder „schließt“ (mit Rw bzw. Lw‘). Also das Schließen besser nicht vergessen…

Im Video am Ende des Abschnitts wird dies deutlicher.

1.3) Drittes Centerfeld lösen (weiß)

Nun werden die beiden gelösten Centerfelder rechts und links gehalten und als dritte Seite das dritte Centerfeld, weiß, gelöst. Dadurch, dass wir die beiden fertigen Centerfelder rechts und links halten, gehen sie nicht kaputt, wenn wir den Würfel nun „wie ein Spanferkel“ um die waagerechte Achse rotieren und auch nur in dieser Richtung Wide-Turns machen (Rw, Lw, etc.).

1.4) Viertes Centerfeld lösen

Dann kommt das vierte Centerfeld, das auf einer Seite an die weiße Seite angrenzt. Wenn rechts und links z.B. Rot und Orange sind, dann entweder Blau oder Grün. Man sieht es ja am mittleren Center.

Vier Center sind jetzt gelöst – die drei auf dem Bild sichtbaren und das orange Centerfeld gegenüber von Rot, also rechts auf dem Würfel. Die beiden fehlenden (hinten und unten) kommen später dran.

Hier nun das Video, das diesen Ablauf im Detail zeigt – sowohl für den 4×4 (in den ersten 16 Minuten) als auch für den 5×5 (von Minute 16 bis 29):

Nachdem nun 4 Centerfelder fertig gelöst sind, kommt nun der zweite Schritt:

Schritt 2: Vier weiße Kantenpaare lösen

Bevor wir mit den Kanten anfangen, auch hier einige grundsätzliche Überlegungen: Es gibt auf jeder Kante des Würfels drei Kantensteine, eine Mittelkante und 2 Außenkanten. Auf der Abbildung rechts sind die Außenkanten getauscht und stehen daher in Bezug auf die Mittelkante kopfüber (dazu später mehr). Mittelkanten bleiben immer Mittelkanten und Außenkanten immer Außenkanten. Los geht’s:

Ab hier halten wir Weiß nach unten und die beiden noch nicht gelösten Centerfelder so, dass sie oben und vorne sind. Wir stellen die rot-weiße Mittelkante unter das ungelöste Centerfeld der Vorderseite, und zwar so, dass ihre weiße Seite auf der Unterseite ist (und Rot somit vorne). Nun suchen wir die zweite rot-weiße Kante und stellen sie oben an die vordere Kante, also zwischen die ungelösten Center.

Keine Angst: Solange wir nur die äußeren Ebenen des Würfels drehen, um die Kanten zu positionieren, bleiben die Center unverändert.

 

Wenn der obere rot-weiße Kantenstein weiß nach vorne zeigt, ist das die günstigere Position, denn dann stehen die beiden Kanten schon farblich richtig zueinander.

Im links abgebildeten Fall machen wir U Rw U‘ Rw‘, also Kante links zwischenparken, dann rechts den Slot öffnen, Kante eindrehen und Slot wieder schließen.

Im Rechts abgebildeten Fall genau spiegelbildlich, also U‘ Lw‘ U Lw. Kante rechts zwischenparken, dann links den Slot öffnen usw.

In beiden Fällen wird die Kante beim ersten Zug möglichst zur weiter entfernt liegenden Seite gebracht, also gegenüber von dem Slot, der geöffnet wird. Das hat den Vorteil, dass man 2 Ebenen gleichzeitig drehen kann.

Würde man die Kante auf der anderen Seite zwischenparken, dann darf man beim Öffnen des Slots nur die innere Ebene drehen, weil sich sonst die zwischengeparkte Kante mit nach hinten dreht. Also:
Im links abgebildeten Fall U‘ r U r‘
Im rechts abgebildeten Fall U l‘ U‘ l

Nun bleiben noch die beiden Fälle, wo das Weiß des oberen Kantensteins nach oben zeigt. Das ist im Prinzip wie bei der weißen Ecke in der 3×3-Anfängerlösung: Wir brauchen einen Zwischenschritt, um sie zu wenden.

Im links abgebildeten Fall machen wir Rw U2 Rw‘, und dann weiter wie oben beschrieben, also mit U Rw U‘ R.

Im rechts abgebildeten Fall machen wir Lw‘ U2 Lw, und dann weiter wie oben beschrieben, also mit U‘ Lw‘ U Lw.

Um sich den Zwischenschritt möglichst sparen zu können, achtet man mit der Zeit immer mehr darauf, beim Positionieren der oberen Kante diese möglichst gleich so zu stellen, dass ihre weiße Fläche nach vorne zeigt.

Wenn das erste Kanten-Dreierpaar (rot-weiß) erstellt wurde, wird es mit D‘ auf die linke Seite gestellt und vorne ist nun Platz für das zweite Kantenpaar. Rechts von rot-weiß kommt nun grün-weiß.

Natürlich muss man beim Positionieren der grün-weißen Kanten darauf achten, das rot-weiße Kantenpaar links unten am Platz zu lassen.

Wenn grün-weiß fertig ist, wieder ein D‘, um Platz für orange-weiß zu machen. Und danach wieder für blau-weiß.

Nun müsste unten ein komplettes weißes Kreuz in der richtigen Anordnung stehen. Und nach wie vor sollten 4 der 6 Centerfelder geordnet sein, wenn Ihr immer schön brav die Kantenpaare nur unter den ungeordneten Centerfeldern gebildet habt.

Am besten das weiße Kreuz an den Centern ausrichten und mal einen kleinen Kontrollblick auf die Unterseite wagen. Das ist doch eine gute Basis für den letzten Hauptschritt, den 3×3-Lösungsteil.

Und hier das Video zu Schritt 2. Bis Minute 10 am 4×4, von Minute 10 bis 15 am 5×5:

Nun sind 4 der 6 Centerfelder und die weißen Kantenpaare gelöst. Weiter geht’s:

Schritt 3: Die restlichen 2 Centerfelder lösen

Das weiße Kreuz (wie gesagt) an den seitlichen Centern ausrichten. Um jetzt Platz zu schaffen für das Sortieren der beiden noch verbliebenen Centerfelder, machen wir folgenden Vorbereitungszug: F L. Dadurch werden die gelösten weißen Kanten in Sicherheit gebracht und man kann oben und vorne werkeln (U und F, und Rw/Rw‘ sowieso), ohne sich die weißen Kantenpaare wieder zu zerlegen.

Nun sortieren wir also die 4 gelben Centersteine nach oben. Im Prinzip läuft das genauso wie bei den früheren Centern. Wenn man oben gelb zusammenbaut, sollte vorne die verbliebene sechste Farbe automatisch übrig bleiben.

Mit L‘ F‘, also der Rücknahme des Vorbereitungszuges, werden die beiden in Sicherheit geparkten weißen Kantenpaare wieder an ihren Platz gebracht. Nun sind alle Center und die weißen Kanten korrekt.

Und hier das Video zu Schritt 3 (4×4 und 5×5):

Weiter geht es mit den restlichen Kanten:

Schritt 4: Die acht restlichen Kantenpaare lösen

Das Lösen der verbliebenen 8 Kantenpaare verläuft beim 4×4 etwas anders als beim 5×5, obwohl sich die Techniken ähneln.

Das wichtigste „Handwerkszeug“ für die Kanten des 5×5 sind folgende 3 Algorithmen (die gleichen wie beim 4×4):

  • Kante von oben nach rechts „vorwärts“ einbauen (also dass sie so steht, wie sie bei einer einfachen F-Drehung stehen würde, allerdings ohne Center und weißes Kreuz zu zerstören): F R‘ F‘ R
  • Kante von oben nach rechts „rückwärts“ einbauen (also so, dass sie genau andersherum steht): R U‘ R‘
  • Kanten-Flip rechts, also Wenden der Kante: R U R‘    F R‘ F‘ R

Von dem „Rückwärts“-Zug verwende ich auch gerne mal die gespiegelte Version L‘ U L oder wende ihn für die hinteren Slots so an: R‘ U R bzw. L U‘ L‘. Es ist nichts Anderes als „öffnen, reindrehen, schließen“ in den verschiedensten Variationen.

Wie man sieht, ist der Kantenflip nichts Anderes als eine Kombination der ersten beiden Züge: Zunächst wird der 2. Algo rückwärts angewendet, um die rechte Kante vorne auf die Oberseite zu bringen. Und dann wird sie mit dem 1. Algo vorwärts wieder versenkt.

Kanten des 5×5 lösen mit der Free-Slice-Methode

Das Schöne ist, dass diese 3 Züge die Center nicht verändern. Auch wenn die seitlichen Center gerade mal nicht zusammenstehen, sondern in horizontale Streifen zerlegt sind, bleiben diese erhalten und man kann die Center daher jederzeit wieder durch horizontale Drehungen wieder zusammenbringen.

Nur darum geht es eigentlich bei FreeSlice. Statt nach jedem (3er-)Kantenpärchen die Center zu reparieren, kann man hier etliche Pärchen nacheinander bilden, ohne sich um die Center zu scheren.

Erst wenn auf der Oberseite keine „Parkplätze“ für gelöste Kanten mehr frei sind, muss man die Center wieder herstellen und kann dann zwei weitere ungelöste Kanten nach oben holen, indem man zwei gelöste in die hinteren Slots einbaut. Das Video zu diesem Abschnitt sollte dies deutlich machen.

Tipp: Wenn man darauf achtet, dass unter den ersten zu lösenden Kantenpaaren 2 „benachbarte ohne Gelb“ sind (beispielsweise rot-grün und rot-blau), dann kann man, wenn die Oberseite voll ist, diese beiden Kanten direkt mit ihren zugehörigen weißen Ecken einbauen und hat dann schon die Hälfte von F2L fertig. Im genannten Beispiel ist dann die rote Seite (bis auf die oberste Ebene) schon fertig.

Ab sofort muss man also darauf achten, nur noch auf den beiden vorderen Slots zu arbeiten, damit man sich die hinteren (gelösten) nicht wieder zerstört.

Die letzten 2 Kanten

Manchmal hat man 2 Kanten, die beide in sich geflippt sind, wie im Bild zu sehen. Dies lässt sich ganz einfach lösen, wenn beide Kanten links und rechts gegenüber stehen:

Mit einer E-Drehung die linke Mittelkante nach rechts in die andere zu lösende Kante hineindrehen. Dann diese flippen und dann mit E‘ den Vorbereitungszug zurücknehmen. Komplett also:

E (R U R‘ F   R‘ F‘ R) E‘

Ähnlich geht man vor, wenn bei den letzten beiden zu lösenden Kanten so etwas übrig bleibt wie rechts zu sehen: Hier würde ich die rote Kante von links nach rechts über ihren passenden Mittelstein drehen (u‘ oder Uw‘) und dann den Kanten-Flip machen. Beim Zurückdrehen der u-Ebene kommen dann nicht nur die Center wieder korrekt zusammen, sondern auch die Kantensteine.

Uw‘ (R U R‘ F   R‘ F‘ R) Uw

Im Prinzip ist das ja das gleiche wie weiter oben für den 4×4 beschrieben. Auch ähnliche Fälle lassen sich so lösen, ohne dass man für jeden einzelnen Fall einen Algo lernen muss. Mal dreht man halt die obere Innenebene rüber, mal die untere, etc.

5×5-Parity

Sollte man am Ende nur eine solche Zickzack-Kante haben, dann ist dies OLL-Parity auf dem 5×5.

Leider ist der OLL-Algorithmus etwas kompliziert. Ich zeige Euch zwei verschiedene; sucht Euch einen aus. Ich bin von dem ersten mittlerweile auf den zweiten umgestiegen. Jedenfalls geht es freundlicherweise mit quasi dem gleichen Algorithmus auf dem 4×4 und dem 5×5. Man muss also nur einen lernen. Das Kantenpaar, das gewendet werden soll, steht wieder vorne auf der Oberseite und dann z.B. diesen hier:

(r2 B2 U2 l) (U2 r‘ U2 r) (U2 F2 r F2) (l‘ B2 r2)

In dieser Form wendet er NUR die beiden Außenkanten und der Rest des Würfels bleibt wie vorher. Damit kann man in einen gelösten 5×5 beispielsweise ein wunderschönes Kantenmuster hineindrehen, wenn man diesen Algo auf jeder Kante, also insgesamt 12mal, anwendet (was auch eine gute Übung ist).

Wenn man aber die äußeren Ebenen mitdreht (Rw2, Lw, etc.), dann dreht es sich einfacher, aber einige andere (noch nicht gelöste) Ecken und Kantenpaare bewegen sich ebenfalls:

(Rw2 B2 U2 Lw) (U2 Rw‘ U2 Rw) (U2 F2 Rw F2) (Lw‘ B2 Rw2)

Eleganter auszuführen finde ich folgenden Algo, denn er hat keine B-Drehungen:

(Rw U2 x) (Rw U2 Rw U2) (Rw‘ U2 Lw U2) (3Rw‘ U2 Rw U2) (Rw‘ U2 Rw‘)

Bis auf die rot markierte Stelle 3Rw‘ ist dies der gleiche Zug wie auf dem 4×4. Hier auf dem 5×5 muss man also einmal die Mittelebene mit greifen, also mit der rechten Hand 3 Ebenen zusammen gegen den Uhrzeigersinn drehen.

Hier nun mein ziemlich mittelmäßiges Video über das Lösen der letzten 8 Kanten auf dem 4×4 und auf dem 5×5 (ab Minute 22):

Das war es eigentlich schon. Trotzdem noch ein paar Anmerkungen zum 3×3-Lösungsteil:

Schritt 5: Wie ein 3×3 lösen

Da es auf dem 5×5 kein PLL-Parity gibt, ist der 5×5 am Ende des vorigen Schrittes schon so weit, dass man ihn wie einen 3×3 lösen kann, wenn man ab hier nur noch die Außen-Ebenen bewegt. Daher werden die beiden 5×5 im Video fertig gelöst. Welche Methode Ihr für den 3×3-Teil verwendet, ist eigentlich egal. Wegen des schon fertigen weißen Kreuzes ist es allerdings sinnvoll, wenn es eine Methode ist, die auch mit dem weißen Kreuz beginnt, also z.B. die Anfängermethode oder die Fridrich-Methode.

Von der 3×3-Lösung ist bereits das weiße Kreuz und die Hälfte von F2L erledigt, wenn Ihr an dieser Stelle angekommen seid. Das ist – neben der höheren Übersichtlichkeit, wenn man erst die 4 weißen Kanten bildet – einer der Gründe, warum ich die Hoya-Speedcubing-Methode auch für 4×4- und 5×5-Anfänger empfehle.

Falls Ihr beginnt, den 5×5 auf Zeit zu lösen, werdet Ihr feststellen, dass er sich in der 3×3-Lösungsphase nicht ganz so schnell und einfach dreht wie ein wirklicher 3×3. Vielleicht ist es daher eine gute Idee, den 5×5 zwischendurch auch einfach mal mit einem 3×3-Scramble zu mischen und das Drehen nur der äußeren Layer zu trainieren. Ich habe mir dafür im 3×3-Bereich meiner Android-App Twisty Timer eine eigene Kategorie „5×5 als 3×3“ eingerichtet. Mein Mittelwert dort ist gut 10 Sekunden höher als in der normalen 3×3-Kategorie. Vielleicht sollte ich das öfter üben.

So, das war’s für den 5×5. Nicht perfekt, ich weiß. Aber gerne könnt Ihr mir die noch unklaren Punkte in die Kommentare schreiben. Nicht nur, dass ich dort Fragen gerne beantworte.

Jedenfalls wünsche ich Euch viel Spaß mit dem 5×5.

PS: Im folgenden Video gibt es ein paar Beispiel-Solves auf dem 5×5 nach diesem Lösungsweg. Im ersten Durchgang gibt es keine Parity, aber ausführliche Erklärungen auch zu den verschiedenen Typen von Ecken und Kanten. Im zweiten Durchgang gibt es ebenfalls keine Kante mit OLL-Parity. Im dritten Durchgang gibte es dann OLL-Parity (eine in sich verdrehte Kante). Außerdem erkläre ich z.B. den Sonderfall, wenn 2 Kanten jeweils in sich verdreht sind. Auch hier folgt noch ein vierter Durchgang, der den T-Trick bei den Centern zeigt und ansonsten etwas flotter (und ohne OLL-Parity) abläuft:

Ich hoffe, damit sind alle Klarheiten beseitigt. 🙂

Für Fragen, Anregungen und frustriertes Gemecker gibt es den unten folgenden Kommentarbereich.

 

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