Centersteine des Zauberwürfels drehen (Uhrzeigerproblem, SuperCube)

Bei manchen 3x3x3-Zauberwürfel-Varianten ist es nötig, auch die Ausrichtung der Mittelsteine zu beachten – beispielsweise bei dem „Rhombic Diamond“ rechts auf dem Foto. Er ist zwar von der Mechanik „nur“ ein 3x3x3, aber die veränderte Form führt dazu, dass die Centersteine jeweils 4 Farben tragen. Also müssen sie auch korrekt ausgerichtet werden – und dafür hat man bei den üblichen Zauberwürfel-Lösungssystemen keine passenden Algorithmen. Das gleiche gilt z.B. für Foto-Zauberwürfel, bei denen natürlich auch der Centerstein korrekt stehen soll.

Auch an einem normalen Zauberwürfel tritt diese Extra-Schwierigkeit auf, wenn man sich die Mühe macht, die Lage der Centersteine zu markieren. Aber Vorsicht: Damit ist er dann für Wettbewerbe nicht mehr zugelassen. Also nehmt dafür besser nicht Euren besten Speedcube.

Man nannte diese Herausforderung mit den Centersteinen früher das „Uhrzeigerproblem“, weil man sich die Lage der Mittelsteine wie die Zeiger einer Uhr vorstellen kann, die 3 oder 6 Stunden vor bzw. zurück gestellt wird (was 90 bzw. 180 Grad entspricht). Schon vor gut 30 Jahren habe ich mich mit meinem Ur-Würfel (links auf dem obigen Foto) daran versucht: Auf dem Rubik’s Cube hatte ich dazu Pfeile angebracht – und als diese verblassten, dauerhafte Kerben.

Heute spricht man eher von SuperCubes, womit aber nicht nur 3×3-Würfel mit festgelegten Centern zählen, sondern auch 4×4, 5×5, etc. mit entsprechenden Markierungen. Im Folgenden geht es aber nur um die Mittelsteine des 3x3x3. Die genannten Algorithmen basieren auf dem gut 30 Jahre alten Buch von Tom Werneck: „Der Zauberwürfel für Könner“, aber sie wurden teilweise in ihrer Lage gedreht, um mit der heute üblichen Fingerhaltung beim (Speed-)Cuben besser ausführbar zu sein.

Hier nun die Züge, die nichts anderes machen als Mittelsteine zu drehen. Die Züge müssen jeweils mehrfach ausgeführt werden; wenn da z.B. x5 steht, dann 5mal diesen Zug drehen, bis der Würfel wieder gelöst ist (sofern er es denn vorher war). Bei den beiden wichtigsten Zugfolgen habe ich nochmal die Drehbilder dazugestellt. Ansonsten schaut in die Notation. Los geht’s:

Züge für 90-Grad-Drehungen zweier Mittelsteine
auf benachbarten bzw. gegenüberliegenden Flächen:

U+/F- (Center oben im Uhrzeigersinn, Center vorne gegen den Uhrzeigersinn):
(U M‘ U‘ M) x5

(5 mal)

U-/F+ (Center oben gegen den Uhrzeigersinn, Center vorne im Uhrzeigersinn):
(U‘ M‘ U M) x 5
(braucht man nicht unbedingt; man kann den Würfel auch andersherum halten und den ersten Zug ausführen)

U+/D- (Center oben im Uhrzeigersinn, Center unten gegen den Uhrzeigersinn):
(U‘ M2 U M2) x 3

U-/D+ (Center oben gegen den Uhrzeigersinn, Center unten im Uhrzeigersinn):
(U M2 U‘ M2) x 3
(kann man ebenso durch den Zug U+/D- ersetzen, wenn man den Würfel dreht)

Züge für 180-Grad-Drehungen
auf 1 oder 2 Mittelsteinen:

U2/F2 (Center oben 180 Grad, Center vorne 180 Grad):
(M‘ U2 M U2) x3

F2/B2 (Center vorne 180 Grad, Center hinten 180 Grad):
(M‘ U2 M E2) x2

U2 (Center oben 180 Grad):
(U‘ R‘ U‘ R) x5

(5 mal)

(eigentlich reicht natürlich dieser Zug für 180°-Fälle aus)

Mit diesen Zügen – von denen man eigentlich nur den ersten und den letzten benötigt – lässt sich jedes Mittelstein-Problem lösen. Wenn am Ende jedoch nur ein einzelner um 90° verdrehter Mittelstein übrig bleibt, dann wurde der Würfel falsch zusammengebaut und ist unlösbar.

Ich persönlich achte beim Lösen der unteren Ebenen gewöhnlich schon darauf, dass die Center korrekt stehen. Dann brauche ich mich allenfalls noch beim oberen Center um die korrekte Lage zu kümmern. So komme ich eigentlich immer mit dem letzten Algorithmus aus.

Noch Fragen? Oder bessere Zugfolgen für das „Uhrzeigerproblem“? Dafür gibt’s die Kommentarfunktion…

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4 Kommentare zu Centersteine des Zauberwürfels drehen (Uhrzeigerproblem, SuperCube)

  1. Jakob Klaffke sagt:

    Ihr wollt nur einen Centerstein um 90 Grad drehen? Versucht das (Die Schritte sollten beim Lösen der zweiten Ebene gemacht werden.): Centerstein der gedreht werden soll nach vorn. Bereits gelöste Fläche nach oben. Dann: zweimal rechts drehen,
    2 mal vorne,
    1 mal Unten mit dem Uhrzeigersinn,
    1 mal vorn mit dem Uhrzeigersinn,
    1 mal Unten gegen dem Uhrzeigersinn,
    1 mal vorn mit dem Uhrzeigersinn,
    1 mal rechts gegen dem Uhrzeigersinn,
    1 mal vorn mit dem Uhrzeigersinn, und zu guter letzt,
    1 mal rechts gegen den Uhrzeigersinn.
    Der Centerstein sollte jetzt um 90 Grad gedreht sein. Falls nicht der Fall, schreibt mir.
    PS: bis zu drei mal wiederholen, oder das ganze links gespiegelt machen, um in die andere Richtung zu drehen.

    • freshcuber sagt:

      Sorry, aber das ist ziemlich unbrauchbar. Ich hab es jetzt zweimal am völlig gelösten Cube (also inkl. Centersteine gelöst) ausprobiert, und er zerstört die untere Ebene und zusätzlich einen Kantenstein der mittleren Ebene. Übersetzt in die übliche Notation lese ich Deinen Roman übrigens:
      R2 F2 D F D‘ F R‘ F R‘

      Allerdings: Die Center der beiden oberen Ebenen bleiben gelöst. Also, welchen Vorteil soll das gegenüber den von mir genannten Zügen haben?

      Wenn eine Ebene ohnehin noch nicht gelöst ist, kann man deren Centerstein ja eh beliebig drehen. Und wenn man die ersten beiden Ebenen löst, kann man die 5 Center (bis auf den der oberen Ebene) ja ohnehin direkt richtig lösen.

      Abgesehen davon: Es gibt KEINEN Zug, der NUR EINEN Centerstein um 90 Grad dreht. Entweder 2 Centersteine um 90 Grad oder 1 Center um 180 Grad. Steht ja auch im Artikel. Hast Du den überhaupt gelesen?

      Gruß, Roland

  2. ali sagt:

    Ergänzung: wenn man eh schon beim Lösen von Wheel und ähnlicher Shapeshifter auf die Ausrichtung der unteren 5 Centersteine achtet, dann kann man bei der letzten Ebene nach der Anfängermethode mittels Kreuz vorgehen.
    Hier achtet man beim Vertauschen der Kantensteine mittels Sune+U auf den mittleren Stein (mit Bild oder Form) und sieht, das man ihn um 90° mitdreht, wenn man ein Kantenpaar tauscht. Tauscht man 2 mal dreht man um 180°. Oder man achtet auf den gewünschten Drehsinn und macht dann entweder Sune+U oder halt das Spiegelbild, dann kann man immer mit max. 2 Zügen auskommen. Wer in einer Richtung superschnell ist deht macht halt dreimal seine Lieblingsrichtung, unkonzentrierte noch öfter…

  3. Pingback: 30 Tage, 30 Würfel | Rolands Zauberwürfel-Blog – freshcuber.de

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