50mm SpeedCube mit Magneten ausrüsten

Seit letztem Jahr versuche ich mich auch im einhändigen SpeedCuben. Dafür nehme ich bisher entweder meinen alten kleinen 50mm Dayan Zhanchi oder den normalgroßen MoYu WeiLong GTS 2M (56mm), der werkseitig bereits mit Magneten ausgerüstet ist.

Die kleinere Größe liegt mir trotz relativ großer Hände besser beim einhändigen Cuben, aber die Magneten des GTS 2M sind auch eine tolle Sache, weil sie helfen, die Ebenen präziser zu positonieren.

Perfekt wäre also ein Cube mit 50mm Kantenlänge UND mit Magneten. Da es den nicht fertig zu kaufen gibt, habe ich mir für etwa 3,50 Euro einen Satz mit 100 Neodym-Magneten bestellt (gibt’s z.B. bei Amazon) und außerdem den MoYu Cubing Classroom 50mm mini 3×3 Cube, der auch nur knapp 2 Euro (+ Versand) kostet. Ob diese Billiglösung mein neuer Main-Cube für Onehanded werden kann?

Zunächst habe ich mir ein paar Youtube-Videos angeschaut, die zeigen, wie man einen Cube selbst magnetisiert. Ganz nützlich ist z.B. dieses hier: How to Make a Magnetic QiYi Warrior W Speed Cube (Works for Many Other Rubik’s Cubes Too!).

Den Warrior W habe ich selbst in etlichen Exemplaren, bin auch mit seinem Innenleben vertraut, und empfehle ihn auch bei meinen Workshops den Cubing-Anfängern. Hier soll es jetzt aber nicht um diesen gehen, sondern um den MoYu 50mm. Zunächst habe ich das weiße Center-Käppchen abgezogen und die darunter liegende Schraube gelöst, um den Cube zu zerlegen.

Beim Mini-MoYu fällt auf, dass die Ecken etwas anders aufgebaut ist: Sie haben ihren Fuß als viertes Plastikteil gefertigt. Zum Glück sind aber dennoch die Hohlräume groß genug für die Magneten (4x2mm, Stärke N42 habe ich bestellt).

Der Tipp aus dem Video, die Stange mit den Magneten als Verpolungsschutz mit einem Papierschnipsel am hinteren Ende zu kennzeichnen, hat bei mir nicht funktioniert. Die Magneten springen munter an ihre Position, ohne dass ich dabei erkennen kann, ob sie sich noch drehen. Um sicher zu gehen, dass kein Magnet verpolt wird, bedarf es also einer anderen Taktik.

Ich habe also mit dem Zerlegen des Cubes und der einzelnen Cubies begonnen (diese sind nur ineinander gesteckt) und dann das erste Eckenstück und das erste Kantenstück mit 2 Magneten verbunden, sorgfältig ausgerichtet und die Magneten mit Sekundenkleber festgeklebt. Mit einem Zahnstocher konnte ich dieses Magnetpärchen an eine möglichst günstige Position schieben, solange der Kleber noch flüssig war. Diese beiden Steine sind nun die Referenz für alle weiteren Klebestellen. Also erstmal ein paar Minuten trocknen lassen.

In dieser Zeit kann man die weiteren Ecken und Kanten zerlegen. Den Core mit 5 Centern, sowie das abgeschraubte sechste Centerstück samt Schraube, die 8 Ecken-Füße und die 6 Center-Caps tut man am Besten sicher auf Seite, damit sie nicht versehentlich Kleber abbekommen oder sonstigen Unsinn anstellen.

Im Video wird empfohlen, jeweils einen Hilfsmagneten zwischen die Steine zu setzen, was ich bei den folgenden Steinen auch gemacht habe, solange der Kleber noch nicht richtig angetrocknet war.

An die (rote) Referenz-Ecke habe ich hier ein weißes Kantenteil angesetzt. Zunächst dachte ich, dass die Reihenfolge der Farben beim Kleben ja völlig egal sei, aber recht schnell wird es unübersichtlich auf dem Schreibtisch, so dass ich nach den ersten Klebungen dazu übergegangen bin, doch farblich sortiert zu arbeiten. Dann sieht man einfach schneller, welche Seite die neu geklebte und welche die bereits angetrocknete Seite ist.

Der zweite (rote) Referenz-Stein ist ja eine Kante. Hier wird die nächste Ecke darangesetzt und ihr Magnet damit verbunden. Jedes Kanten- bzw. Ecken-Stück hat genau einen Magneten. Und die Kanten sitzen wie abgebildet immer links von den Ecken.

Nach anfänglichem Rumgematsche mit zu viel Sekundenkleber hat sich für mich als gute Vorgehensweise herausgestellt, erst etwas Kleber an die betreffende Innenseite zu tun, dann den Magneten hineinzulegen und das neue Stück dann an den (samt Hilfsmagneten) wartenden Stein zu schieben. Der Magnet springt dann fast immer von selbst in die korrekte Lage. Lediglich einmal musste ich dabei mit dem Zahnstocher in einer Ecke nachhelfen.

Natürlich muss man sorgsam darauf achten, dass kein Kleber dorthin kommt, wo er später beim Zusammensetzen stört.

Nach wenigen Minuten hat man nun 4 Steine (2 Ecken und 2 Kanten) die für die nächsten 4 Steine als Referenz dienen können. Und so weiter, und so fort:

Farblich sortiert ist es nicht nur übersichtlicher, sondern auch einfach schöner. 🙂

Hier die restlichen Teile, an denen nach Möglichkeit nix geklebt wurde.

Wenn der Kleber ausreichend lange getrocknet ist (lieber zu lange als zu kurz…), dann wird es Zeit für den Zusammenbau. Begonnen habe ich mit den Ecken. Erstes Ecken-Teil nehmen, den Ecken-Fuß daranstecken, dann das zweite und das dritte Ecken-Teil. Wohl dem, der das Farbschema des Zauberwürfels auswendig kann. 🙂 Ich habe mit weiß-rot-grün begonnen, dann weiß-grün-orange, dann weiß-orange-blau, dann weiß-blau-rot. Immer eine Farbe weiter, wie beim „weißen Kreuz“.

Für die gelben Ecken ist die Reihenfolge natürlich genau entgegengesetzt. Wenn Ihr nicht sicher seid, legt Euch einen gelösten Cube daneben.

Links seht Ihr die vier weißen Ecken, rechts die vier gelben Ecken. Ich habe die Farben der Ecken-Füße übrigens so angeordnet, dass sie jeweils sonst nicht an der entsprechenden Ecke vorkommen. Dieser Cube hat also jetzt 8 vierfarbige Ecken. 🙂

Das Zusammenstecken der Kanten geht einfacher: 4 Stück mit weiß, 4 Stück mit gelb und vier von der mittleren Ebene rot-grün, grün-orange, orange-blau und blau-rot.

Im oben verlinkten Video empfiehlt DMCubing, die Ecken und Kanten zunächst testweise ohne den Core zusammenzusetzen, um sicherzugehen, dass sich nicht doch ein Polaritäts-Fehler eingeschlichen hat. Das sollte zwar bei meiner Methode nicht vorkommen können, aber dennoch hab ich den Test gemacht:

So soll es sein – die Magnete halten schon die untere Ebene so gut zusammen, dass sie beim Anheben nicht auseinanderfällt, und auch der gesamte Cube lässt sich anheben. Sieht aus wie ein Void Cube, ist aber keiner. 🙂

Da alles funktioniert, nun nochmal die oberen beiden Ebenen abtragen und rund um den Core neu zusammensetzen. Die letzte Ebene lässt sich dann dank Magneten sogar in einem Stück aufsetzen:

Nach Festschrauben des weißen Mittelsteins und Anbringen der Center-Kappen ist der magnetische Cube nun fertig. Endlich ein 50mm Magnet-Cube für das einhändige Speedcuben. Noch ein Tröpfchen Silikonöl, und los gehts.

Und ich muss sagen: Prima! Einhändig gibt er mir ein sicheres Drehgefühl als der große GTS 2M und gleichzeitig hilft er durch die Magneten beim Ausrichten der Layer, ist also besser als mein alter Mini-Zhanchi. Für das Onehanded-Cuben wird dies mit einiger Sicherheit mein neuer Main-Cube. Der Umbau hat sich gelohnt.

 

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2 Kommentare zu 50mm SpeedCube mit Magneten ausrüsten

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