Wozu überhaupt Smartcubes?

Der erste Kommentar zum gestrigen Artikel über meine diversen Smartcubes kam von Klaus L. und hat die wichtige Frage aufgebracht:

Was kann der denn, bzw. was kann man mit dem, was mit einem Dumbcube nicht geht? (Abgesehen vom Akkuaufladen) 🙂

Und weil das ja nicht selbsterklärend ist, hier schon einmal ein kurzer Überblick, bevor ich dann später in diversen Artikeln mit Videos etwas mehr zeigen werde:

Die Smartcubes kommen jeweils mit einer (kostenlosen) herstellereigenen App (für Android und soviel ich weiß auch für Äppel). Je nach Zielgruppe richten sich die Apps eher an Zauberwürfel-Anfänger oder eher an Speedcuber.

Eher an Anfänger richten sich diverse Spiele in den Apps (bestimmte Muster auf eine Seite drehen oder sonstige Aufgaben lösen, etc.) und auch Tutorials, die einem appgesteuert helfen sollen, das Lösen des Cubes zu lernen.

Die Grundfunktion ist aber natürlich das eigenständige Lösen des gesamten Cubes. Allen Apps gemeinsam ist daher, dass man einen Speedcubing-Timer eingebaut hat, der einem die Notation anzeigt, wie man den Cube verdrehen soll. Dreht man falsch, wird man sofort korrigiert. (Wer einen Gan Smartcube samt Gan Robot hat, kann das Verdrehen von diesem machen lassen) Wenn der Smartcube dann verdreht ist, beginnt die Inspektionszeit, in der man den Beginn seines Solves planen kann. Sobald man die erste Drehung macht, beginnt der Timer zu laufen, und sobald der Cube gelöst ist, stoppt der Timer automatisch. So macht es auch die oben schon erwähnte Web-App bzw. Website Cubeast. Das ist die eigentliche Basis. Die App speichert die Solves und zeigt eine Auswertung. Hier zwei Beispiele:

Gestern abend habe ich meinen ersten Sub20-Solve mit dem neuen Gan und seiner (chinesisch-englischen) App gemacht. Nach dem Solve bekommt man gleich eine Übersicht angezeigt. Links stehen die einzelnen Schritte CFOP (Cross, F2L, OLL und PLL), und wie Ihr seht,  habe ich für das Cross 8 Schritte gebraucht und für PLL nur einen. Es war also ein PLL-Skip; nach OLL war die obere Ebene schon fertig und ich brauchte sie nur passend auszurichten. Bei sogenannten „Fullstep“-Solves, also ohne Skip, bin ich eigentlich nie unter 20 Sekunden.

Durch die Auswertung in Sekunden und Prozent des gesamten Solves kann man ganz gut ein Gefühl dafür bekommen, wo die eigenen Schwächen sind. TPS steht für „Turns per Second“, und wie Ihr seht, war es wohl ein OLL-Case, den ich recht flüssig lösen kann; doppelt so schnell wie die Gesamtgeschwindigkeit.

Im Detail kann man dann meist noch mehr auswerten, also beispielsweise schauen, welcher OLL bzw. PLL in diesem Solve vorkam. Dann lassen sich Statistiken anzeigen, in denen man z.B. sieht, dass man für den V-Perm 2 Sekunden länger braucht als für die meisten anderen Perms, etc.

Die im verganenen Artikel schon mehrfach erwähnte Website Cubeast, die alle diese Smartcubes unterstützt, gibt sogar die Möglicheit, Solves zu teilen und zu veröffentlichen. Hier ein eher typischer Solve für mich. Rechts seht Ihr einen Screenshot, aber hier könnt Ihr es selbst öffnen und ausprobieren:

Man kann den Play-Button drücken und dann den Solve als Film beobachten. Oder Schritt für Schritt analysieren. In dem Balkendiagramm sieht man in Blau außerdem die Pausen. Zwischen Cross und dem ersten F2L-Paar habe ich fast so lange Pause gemacht, wie das Cross gedauert hat. War ich da Katzen füttern oder Spaghetti kochen? Wenn man sieht, wie viel Blau da zu sehen ist, dann erkennt man gut, warum ich keinen Average unter 15 Sekunden habe…

Smartcubes helfen einem also, die eigenen Solves zu analysieren. Aber sie können noch mehr. So hat jede der Hersteller-Apps Community-Funktionen, um sich mit anderen Cubern zu messen, etc. Leider gibt es dabei auch Pfusch: Es wird suggeriert, dass man gegen einen anderen Cuber auf einem anderen Kontinent virtuell antritt, aber in Wirklichkeit ist es ein Bot. Auch dazu später vielleicht mehr.

Erfreulich ist, dass man aber auch mit Leuten cuben kann, die man selber kennt. Man macht einen „Raum“ auf, den der andere dann betritt (kann man ja per Chat oder Telefon vereinbaren). So habe ich von Bonn aus schon mit Florian im Allgäu ein paar Solves gemacht.

Wegen Corona gab es auch schon von Red Bull und Rubik’s einen rein virtuell ausgetragenen World Cup. Leider nur mit GoCube bzw. Rubik’s Connected (den zu diesem Zeitpunkt nur die Profis hatten). Aber das ist eine andere Geschichte.

Was gibt es noch? Training per App, mit dem man bestimmte Teile explizit üben kann. Aber das geht natürlich mit einem „DumbCube“ und Websites wie csTimer auch, wo man Scrambles aufrufen kann, die z.B. F2L schon fertig haben, um OLL zu trainieren. Hier weiß ich selbst noch nicht so genau, was da Smartcubes wirklich bringen.

So, nun hoffe ich, dass diese kurze Einführung Interesse an dem Thema Blutwurst-Cubing, äh Bluetooth-Cubing, wecken konnte. Akku aufladen ist also nicht das Einzige, was sie können. 😉 Demnächst fange ich dann wirklich an, das eine oder andere Video zu diesen Geräten und Apps zu produzieren. Falls Ihr spezielle Fragen habt, schreibt sie doch schon einmal in die Kommentare.

Dieser Beitrag wurde unter Bluetooth-Cubing, Cubing-Software, Zauberwürfel abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.