Blauzahn-Schlauwürfel

Einer der schönen Aspekte am Zauberwürfel-Hobby ist die nostalgische Komponente. Jeder denkt sofort an die 1980er, für die Rubik’s Cube quasi ein Synonym geworden ist. Ein Gegenstand, der mit Intelligenz und Herausforderung in Verbindung gebracht wird, ganz ohne Elektronik.

Daher wird es Zeit, mal ein paar Artikel über Bluetooth-Smartcubes (und was inzwischen so dazu gehört) zu veröffentlichen, um diesen schönen Eindruck zu zerstören. 😉

Ich habe nun in der Kategorie Zauberwürfel eine Sub-Kategorie Bluetooth-Cubing eingerichtet, um über meine Erfahrungen mit den drei grundlegenden Familien von Smartcubes zu berichten, von denen ich je ein Exemplar besitze. Aber auch den Gan Robot werde ich hier vorstellen, ebenso diverse Apps und Websites, die Smartcubes unterstützen. Rechts im Menü könnt Ihr die neue Sub-Kategorie finden, in der diese Artikel gesammelt werden. Zunächst aber mal ein Blick auf die Hardware und die Ladesysteme:

Giiker Super Cube (von Xiaomi)

Der Cube mit dem markanten „Kopfhörer“, der eigentlich ein Ladebügel ist, ist der Giiker Supercube des Herstellers Xiaomi. Der blaue und der (mint-)grüne Centersticker haben jeweils ein kleines Loch, und der Ladebügel hat jeweils einen federnden Pin, an dem die Ladespannung anliegt. An der Farbe des Bügels Orange kann man erkennen, dass ich das erste Modell des Giiker besitze (i3 heißt der glaub ich) – später haben die Farben gewechselt. Meiner ist von Juli 2018 und hat bei AliExpress sensationelle 21,80 Euro inklusive Versand gekostet. Die nachfolgenden Modelle heißen glaub ich Giiker i3s und i3se. Sie haben auch glaub ich bessere Stickerfarben als das erste Modell, das eine Seite in Rosa statt Orange hat, weshalb ich mir gleich neue Sticker bestellt hatte. Habe dann aber nur Rosa gegen Orange getauscht; der Rest geht eigentlich.

Der Giiker dreht sich ganz ordentlich und hat für meine Begriffe auch genug CornerCutting. Allerdings hört er sich an wie eine Schreibmaschine – die Magneten sitzen wohl nur locker in ihren Halterungen und klackern bei jedem Dreh. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Ich find’s eher lustig, bin aber froh, dass die meisten Cubes nicht so laut sind. Einige haben den Supercube zerlegt und auch alle einzelnen Cubies geöffnet, um die Magnete festzukleben.

Den Giiker Supercube i3 gab es nach den orangen „Kopfhörern“ auch mit blauem Bügel. Der i3s kam dann mit schwarzem Ladebügel und der i3se mit zweifarbigem „Kopfhörer“ (die „Ohrmuscheln“ in orange, der Bügel in schwarz). Sonstige Unterschiede? Angeblich bessere Akkulaufzeit und hoffentlich auch weniger Fehler bei der Synchronisation. Alles ohne Gewähr.

Am Ladesystem der Giiker Supercubes mit dem „Kopfhörer“ gefällt mir gut, dass er leuchtet, sobald Spannung anliegt. Falls also die Steckdose stromlos ist oder das USB-Netzteil defekt, dann merkt man sofort, warum er nicht lädt. Eine Kontrolle, wann der Cube vollständig aufgeladen ist, gibt es m.W. nur per Piepton. Meiner piept allerdings fast die ganze Zeit beim Laden alle paar Sekunden, und die Bedeutung der verschiedenen Beep-Codes des Giiker habe ich noch nicht herausgefunden.

Mein Giiker (wie gesagt, erstes Modell von 2018) hat öfters Synchronisations-Probleme. Die App „sieht“ bestimmte Drehungen nicht oder zählt sie doppelt. Das Ergebnis ist ärgerlich: Man hat einen gelösten Cube in der Hand, aber der Timer läuft weiter, weil der Cube auf dem Bildschirm noch nicht gelöst aussieht. Man muss dann in der App die Reset-Funktion finden und drücken; dann passt es wieder zusammen.

Bisher gibt es sich meist nach einigen (abgebrochenen) Solves. Aber Spaß macht das so nicht. Was man damit aber trotzdem noch machen kann, zeige ich später.

Rubik’s Connected (von GoCube)

Der zweite gestickerte Cube auf den beiden obigen Fotos ist der Rubik’s Connected. Er wird in Lizenz von GoCube gefertigt und ist zu diesem auch technologisch kompatibel. Den GoCube habe ich ja schon 2018 erwähnt und gezeigt, im ersten Artikel dieses Blogs über Smartcubes.

Auch wenn der GoCube schick aussieht und einen Lagesensor hat (um Rotationen des gesamten Cubes zu erkennen), habe ich mich aufgrund der rundlichen Form gegen ihn entschieden. Ich reagiere recht empfindlich auf alle Cubes, die nicht wirklich griffig sind.

Aber freundlicherweise hat Rubik’s dann beschlossen, einen „eigenen“ Smartcube auf den Markt zu bringen. Den Rubik’s Connected habe ich mir im Oktober 2020 für 59,95 Euro bei Cubikon bestellt. Ihn habe ich bisher am häufigsten genutzt (und er hatte noch nie einen Sync-Fehler), allerdings meist nicht mit der Original-App, sondern mit Cubeast, einer WebApp, die alle 3×3-Smartcube-Modelle unterstützt, egal ob Giiker, GoCube/Rubiks oder eines der Modelle von Gan. Auch dazu später mehr.

Das Laden erfolgt über einen Clip, der auf dem gelben Centerstein aufgesetzt wird. Er hält auch ohne Bügel ganz gut. Allerdings hat der gelbe Center eine x-förmige Aussparung im Sticker, die recht auffällig ist. Das ist wesentlich auffälliger als bei den anderen Smartcubes, und es macht vermutlich auch das Anbringen neuer Sticker komplizierter. Bisher ist es aber noch nicht nötig, da ich sehr „stickerschonend“ (anderes Wort für lahm) cube. Ein stickerloser Smartcube wäre also toll:

Gan 356 i V2

Anfang Mai 2021 habe ich mir einen stickerlosen Gan Smartcube bestellt, zusammen mit dem Gan Robot. 11 Tage später war die Lieferung von Ziicube hier, und ich habe den Robot gestern in Betrieb genommen und den Gan 356 i2 vorgestern. Etwa 30 Euro für den Smartcube und 50 Euro für den Robot – als Fan von Zauberwürfel-Löse-Maschinen seit 1987 konnte ich da nicht widerstehen.

Der Gan i2 ist mein erster Smartcube mit Lagesensor. Cubeast unterstützt das allerdings (bisher?) nicht. Dafür muss ich also die nicht sehr übersichtliche Original-App nehmen. Die unterstützt dafür aber auch gleich den Robot mit (und auch den nagelneuen Gan-Timer mit Bluetooth, den ich aber [noch] nicht habe).

Mehr zum Gan Robot gibt es später, hier soll es ja erst einmal um den Smartcube von Gan gehen. Es gibt inzwischen eine ganze Menge Modelle, die allerdings m.W. mechanisch äußerlich gleich sind, damit sie alle in den Robot passen. Gan i und i2 haben Lagesensoren, die „i Play“ Modelle wiederum nicht. Und dann gibt es neu den i Carry, der mit einer langlebigen Knopfzelle statt Akku und Ladestation arbeitet. Doch meiner wird geladen, und zwar so:

Mit der weißen Seite nach oben wird er in die Ladeschale gesteckt. 4 Pins in der Schale greifen an den 4 Ecken des gelben Centersteins in den Cube an die Ladekontakte.

Vorteil dieses Systems: Man sieht es von außen am wenigsten. Auch in der gestickerten Version dieses Cubes sind keine Löcher in irgenwelchen Centerstickern nötig.

Nachteil ist allerdings, dass man wissen muss, dass die weiße Seite nach oben zeigen muss.

Zwar gibt es einen kleinen Aufkleber an der Anschlussbuchse des Ladekabels, aber der fängt nach 2 Tagen schon an, sich abzulösen. Ich hab mal mit der Sofortübersetzung des Handys überprüft, ob da auf Chinesisch das Gleiche steht. 🙂

Der Cube blinkt im Inneren, wenn er aufgeladen wird. Wenn er voll geladen ist, hört das Blinken auf.

Insgesamt gefällt mir das Ladesystem des Gan am besten, weil es am Cube total unauffällig ist. Und das vom Rubik’s gefällt mir am besten, weil das Ladekabel so schön klein und handlich ist. Und das vom Giiker gefällt mir am besten, weil es am coolsten aussieht. 🙂

Abschließend noch ein schöner Blick auf die ganze Bluetooth-Cubesammlung. Smarte Cubes für (mehr oder weniger) smarte Cuber. Demnächst fange ich dann an, das eine oder andere Video zu diesen Geräten zu produzieren. Falls Ihr spezielle Fragen habt, schreibt sie doch schonmal in die Kommentare.

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4 Antworten zu Blauzahn-Schlauwürfel

  1. Klaus Leith sagt:

    Für mich musst du etwas weiter ausholen und erklären, worum es überhaupt geht. Ich habe keinen blassen Schimmer, was einen Smartcube smart machen könnte. Was kann der denn, bzw. was kann man mit dem, was mit einem Dumbcube nicht geht? (Abgesehen vom Akkuaufladen) 🙂

    • Roland sagt:

      Hi Klaus, wichtige Frage natürlich. Deshalb hab ich sie gleich für einen neuen Artikel genutzt. Ich hoffe, damit ist sie beantwortet.
      LG, Roland

      • Klaus Leith sagt:

        Danke, deinen neuen Artikel habe ich gleich gelesen, jetzt bin ein smarterer Cuber!

        Obwohl das gelogen wäre, ich bin eigentlich noch gar kein Cuber. (Oder gibt’s so was wie Passivcuber?) Auf jeden Fall werde ich’s erstmal ganz analog angehen, so wie Ernő es gewollt hat!

        • Roland sagt:

          Ja, das würde ich auch empfehlen.
          Cuben muss man nicht mit Elektronik lernen. Obwohl, es gibt ein sehr gut erklärendes Video auf freshcuber.de – und das ist ja auch irgendwie Elektronik, solange ich es nicht als Daumenkino veröffentliche. 😉

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