Endlich wieder ne Competition

595 Tage (fast 20 Monate, also über 1,5 Jahre) nach der Star Cubing Nijmegen 2020 gab es für mich nun endlich wieder eine Speedcubing-Competition, nämlich die Rhein-Neckar Open B 2021. Das erste Competition-Wochenende in Deutschland seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Es war toll, endlich mal wieder bei einer echten WCA-Competition teilnehmen zu können. Die Online-Competitions sind zwar auch ne schöne Sache, aber sie können das Feeling einfach nicht ersetzen.

Die Rhein-Neckar Open war in diesem Jahr wegen Corona etwas anders als noch vor 2 Jahren, als sie zum ersten Mal stattfand. Wir haben damals 2 Tage lang in 12 Disziplinen gecubed, mit 127 Teilnehmern. Diesmal aber war es eine Twin Competition: Die Hälfte der Teilnehmer kam am Samstag nach Laudenbach an der Bergstraße, und ich mit der anderen Hälfte am Sonntag. So gab es 78+74, also 152 Teilnehmer insgesamt. Mehr Platz, weniger Kontakte, und trotzdem konnten sich mehr Cuber auf ihre erste Comp nach der langen Pause freuen. Allerdings nur 7 Disziplinen. Meine erste Competition, wo ich in ALLEN Disziplinen teilgenommen habe.

Ein bisschen schade ist natürlich, dass nicht alle gekommen sind. Aber vielleicht hatten sie eine Autopanne, oder morgens einen positiven Coronatest, wer weiß. Ein paar Nachrücker von der Warteliste hätten sich über 8 zusätzliche Plätze sicher gefreut, also hoffen wir mal, dass die nicht Erschienenen nur kurzfristig verhindert waren.

Um 5 Uhr am stillen Sonntag Morgen ging es für mich los. Zunächst Kathi abholen, die in einem anderen Stadtteil Bonns wohnt. Und dann auf die Autobahn. Super um die Zeit, wenn alles frei ist. Als wir dann aber ein paar Kilometer vor unserem Zielort Laudenbach von der Autobahn runter fuhren geschah es: Seltsame Geräusche aus dem Motorraum, auch bei laufendem Motor im Stand. Ein schröckliches metallisches Geräusch und die Sorge, dass wir Laudenbach nicht mit dem Auto erreichen. Erstmal bin ich vorsichtig mit niedrigen Touren weitergetuckert bis zu einer Stelle, wo man gefahrlos anhalten konnte, um nachzuschauen. Das war eine Tankstelle. Zwei Männer standen dort auf dem Hof und schauten gleich, als meine Schirbelkarre mit diesem seltsamen Geräusch vorfuhr. Sie wussten auch nicht, was das sein könnte, aber einer meinte: „Wenns auf der Autobahn noch okay war, dann fahren Sie doch einfach wieder uff de Audobahn nuff“. 🙂

Wir sind dann erst einmal nach Laudenbach weitergetuckert. Als ich das Licht ausschaltete, änderte sich der Ton etwas. Okay, dachte ich, vielleicht Lichtmaschine. Es war aber keine Warnlampe an, also weder Ladekontrolleuchte noch Öldruck oder so. Ich hab dann überprüft, ob es die Leuten überhaupt tun beim Einschalten der Zündung. Alles Okay. Die Geräusche kamen tatsächlich aus der Ecke der Lichtmaschine.

Vormittags hab ich dann den ADAC angerufen, und der Pannenhelfer kam dann in der Mittagspause. Es ist wohl nicht das Lager der Lichtmaschine, sondern des Klimakompressors. Da die aber alle am gleichen Keilriemen laufen, wird das Auto die 200 Kilometer zurück nach Bonn nicht schaffen. Zum Glück habe ich ADAC-Plusmitgliedschaft, und der ADAC hat uns dann für 19 Uhr einen Pickup organisiert, der uns und das havarierte Auto nach Hause gebracht hat. Die Reparatur wird noch teuer genug, aber die Abschleppkosten sind in der PLUS-Mitgliedschaft enthalten. Damit habe ich immerhin etliche der Jahresbeiträge seit 1988 wieder herausbekommen. 😉 Aber ich greife vor, denn zuvor gab es ja noch eine Competition:

Laudenbach 2021

Der Einlass ab 8 Uhr morgens war etwas aufwändiger als vor Corona, aber alles hat gut geklappt. Jeder Teilnehmer musste seinen 3G-Nachweis vorlegen. Es wurde überprüft, ob er sein Corona-Kontaktformular schon per Mail abgegeben hatte. Außerdem wurde man gebeten, per QR-Code mit der Corona-Warnapp bei der Veranstaltung einzuchecken. Im Saal galt strikte Maskenpflicht. Zum Essen und Trinken musste man vor die Tür.

Manche Leute habe ich kaum wiedererkannt nach fast 2 Jahren und mit Maske im Gesicht. Aber es war kein Problem. Gratulation übrigens an einen gewissen Herrn, der seine Plauze in den 2 Jahren offenbar wegtrainiert und ausgehungert hat. Dazu die Haare kürzer als damals. Hab ihn erst erkannt, als er das Mikro in die Hand nahm… 🙂

Überhaupt haben mich die Masken der Anderen deutlich mehr gestört als die eigene Maske. Die Maske zu tragen, auch beim Wettbewerb selbst, hat erstaunlich gut geklappt. Ich glaube, während der gesamten Pandemie habe ich nie so viele Stunden an einem Tag Maske getragen wie am Sonntag in Laudenbach.

Um 8:30 dann das Tutorial, das diesmal nicht nur für die Neulinge abgehalten wurde, sondern für alle. Denn es gab nun ein „Runner-System“ und keine Waiting Area. 16 Timer-Tische und maximal 16 Teilnehmer pro Gruppe. So blieb man für alle 5 Solves am Platz sitzen; ebenso der Judge. Weniger Gerenne, weniger Kontakte. Und man hatte zwischen den Solves die Gelegenheit, sich etwas mit seinem Judge zu unterhalten. Alles recht entspannt, fand ich. Allerdings wird man nun in den Gruppen, wo man selbst nicht Teilnehmer ist, nicht nur öfters mal als Scrambler eingeteilt, sondern auch als Runner. Und als Judge mithelfen soll man ja zwischendurch auch noch. Macht ja auch Spaß, insbesondere bei dem neuen Ablauf mit festen Judges und Teilnehmern am Tisch.

Zwei Dinge sind mir zwischendurch aufgefallen, aber ich konnte mich nicht näher damit befassen: Zum Einen hat Eurocubes an beiden Tagen einen Verkaufsstand betrieben. Aber als Teilnehmer mit vollem Programm bin ich leider gar nicht dorthin gelangt. Außer für dieses Foto hat die Zeit nicht gereicht.

Ein weiteres Highlight war der 21x21x21 von MoYu, den ein Teilnehmer mitgebracht hatte. Der (im Sinne von ‚meiste Layer‘) größte seriengefertigte Cube. Kostet glaub ich so um die 1000 Euro, was im Vergleich zum handgefertigten 33x33x33 von Greg ein Schnäppchen ist. Vermutlich ist er von Milan (CubeHead), der als Teilnehmer da war. Aber als ich das Foto machte, war Milan gerade nicht in der Nähe.

Nach dem Foto hab ich den Cube unauffällig in meiner Tasche verschwinden lassen – den vorderen meine ich natürlich, denn der war schon vorher von mir. 😉

Doch nun zu den einzelnen Wettbewerben aus meiner Perspektive: Beim ersten Event, 3x3x3, lief alles ziemlich durchschnittlich. Ich hab zwar inzwischen etliche neue OLL gelernt und auch OLL/PLL zwischendurch separat trainiert, aber schneller macht mich das nicht wirklich. Naja, 26.57 Sekunden Average, Single 23.77. Keine PB und auch kein Weiterkommen in die zweite Runde.

Die zweite Disziplin war 5x5x5, und dort gab es ein Cutoff von 1 Minute 45 Sekunden. Unerreichbar für mich; ich bin froh, wenn ich das Ding unter 3 Minuten bezwinge. Also ging ich davon aus, das ich nur meine 2 Versuche haben würde. Kein Average möglich, aber vielleicht eine neue Single-Bestzeit? Und so kam es dann auch: Mit 2:38.66 unterschritt ich meine bisherige Single PB von 2019 um satte 17 Sekunden. Keine Ahnung, wie das passiert ist. Aber es ist noch immer fast ne Minute weg vom doch sehr strengen Cutoff bei 5×5.

Clock

Das nächste Event war Rubix Taschenuhr mit 18 Zeitzonen. 😉 Bei Clock hatte ich mich im Training zuhause deutlich verbessert. Ich hatte mir schon vor Wochen vorgenommen, ab dem Tag der Anmeldung zur ersten Competition Clock, Skewb und 2×2 täglich mit 5 oder 10 bis 20 Solves zu trainieren. Es sind schnelle Events, daher dauert das nicht lange, aber das tägliche Training hat sich gelohnt; 2 neue PB: 14.96 Average und 13.15 Sekunden Single.

Wie Ihr seht, habe ich zur QiYi Clock gewechselt. Die PiCube Clock verwende ich aber auch noch immer sehr gerne, und die Entscheidung, welche ich im Wettbewerb nehme, fiel auch erst am Vortag. Die Zeiten von Rolands Clock bzw. der CornerCutter Clock sind jedenfalls vorbei. Es wird ja kein Schönheitspreis verliehen, sondern es geht doch eher um Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit.

In Gruppe 1 habe ich teilgenommen und in Gruppe 2 war ich zum Scramblen eingeteilt. Wenn ich mich recht erinnere das erste Mal Clock Scramblen auf einer Competition. Berüchtigt und gefürchtet bei langjährigen Teilnehmern, aber inzwischen haben eigentlich alle Teilnehmer eine gut gehende Clock.

Trotzdem gab es ein kleines Scramble-Drama: Die Scrambler von Gruppe 1 standen auf, wir 2 Neuen setzten uns hin, die Clocks waren schon größtenteils abgegeben worden, der Delegate kam vorbei und sagte „Ihr könnt dann auch gleich mit dem Scramblen loslegen“. Gesagt, getan. Was uns allen 3 nicht aufgefallen war: Es lag noch der Scramble-Sheet der ersten Gruppe aus. Unsere Scrambles lagen als zusammengefaltes Blatt mit recht kryptischer Kuli-Beschriftung („R1/G2“ oder so ähnlich) seitlich auf dem Tisch.

Dass wir die falschen Scrambles verwenden, fiel dann erst auf, als die Teilnehmer schon jeweils so etwa 2 Solves gemacht hatten. Was für ein Mist! Alle Ergebnisse mussten durchgestrichen werden und die Runde begann für die 8 Teilnehmer, die auf unserer Seite saßen, von Neuem. Die andere Seite war demnach natürlich deutlich früher fertig, aber wir bekamen dann noch Hilfe beim Scrambeln, so dass sich der Zeitverzug noch in Grenzen hielt (5 Minuten oder so).

Also Roland, merke: Beim Scramblen immer erst überprüfen, ob es auch die Scrambles für die richtige Gruppe sind. Eine weitere Fehlerquelle, die ich in Zukunft versuche zu vermeiden.

4x4x4

Nach Clock ging es gleich weiter mit Rubik’s Rache, dem 4x4x4. Daheim bin ich meist so bei 1 Minute und 35 Sekunden (+/- 10 Sekunden), und auch im Wettbewerb hatte ich die Cutoff-Grenze von 1:20 bisher noch nie geknackt. Daher hatte ich sehr wenig Hoffnung, alle 5 Solves machen zu können.

Der erste Solve lief auch recht durchschnittlich mit 1:30. Doch dann geschah das erste Wunder: Im zweiten Versuch, das Cutoff zu bezwingen, schaffte ich eine 1:17.92. Auf jeden Fall ne neue Single-PB. Der Delegate, der gerade vorbeikam, verdrehte leicht die Augen (oder bilde ich mir das nur ein?), dass der lahme Roland doch alle 5 Solves macht und so die Mittagspause verkürzt. 😉

Solve 3 und 4 waren dann auch wieder ziemlich durchschnittlich im 1,5-Minuten-Bereich. Doch dann geschah in Solve 5 das zweite Wunder: Es lief gut an, und ich dachte noch: Wär cool, die 1:17 noch zu toppen, damit sie in die Average-Wertung kommt. Und das hat tatsächlich geklappt: Meine neue Single-PB lautet nun 1:14.25 Minuten (etwa 8 Sekunden schneller als vor 20 Monaten in Nijmegen), und auch die Average-PB habe ich mit 1:26.10 um gut 1 Sekunde verbessert, weil die 1:17 die ganzen 1:30 quasi neutralisiert hat.

Dann kam 45 Minuten Mittagspause. Es gab Kekse am Parkplatz. :-/ Auf richtiges Essen musste ich leider verzichten, weil ich auf den ADAC warten musste. Weil der Pannenhelfer ca. 25 Minuten später kam als vereinbart, wurde dann alles ziemlich hektisch. Ich sah schon meine Teilnahme an 2×2 flöten gehen, und als Runner hab ich mich telefonisch abgemeldet. Aber immerhin konnte ich doch noch teilnehmen, weil ich erst in Gruppe 3 dran war.

Bei 2x2x2 erreichte ich eine Einzelzeit von 7.78 Sekunden und einen Schnitt von 9.18 Sekunden. Beides keine PB. Da haben sich die vier Wochen tägliches Üben nicht wirklich bemerkbar gemacht. Vielleicht wäre es ohne Training aber noch schlechter gewesen, denn durch die vermurkste Mittagspause wegen dem Auto-Drama war ich ziemlich durch.

Mit der dann folgenden zweiten Runde 3×3 hatte ich nichts zu tun, denn ich war ja nicht weitergekommen. So konnte ich mich vor Blind noch ein wenig erholen und auch schon etwas Skewb üben, was direkt nach Blind kommen würde.

3x3x3x3 Blindfolded 😉

Als ich Ende 2019 meinen ersten erfolgreichen Blindsolve daheim gemacht habe, dachte ich noch, in wenigen Wochen oder Monaten würde ich dies auch auf Competitions offiziell machen können. Aber die Comp in den Niederlanden kurz vor Corona hatte ein Zeitlimit von 6 Minuten pro Solve. Ron mag anscheinend keine „kumulativen Zeitlimits“, warum auch immer. Jetzt, in Laudenbach, sollte also meine erste Comp sein, wo ich einen Success versuchen könnte, denn das Zeitlimit war „10 Minuten kumulativ“. Ob man die 10 Minuten nur für 1 Solve braucht, oder in der Zeit 2 oder 3 Versuche macht, entscheidet der Teilnehmer. Anfängerfreundlich, und trotzdem schneller. Selbst „15 Minuten kumulativ“ wäre wohl schneller erledigt als 3 mal 6 Minuten. Naja, Ron wird seine Gründe haben; vielleicht mag er oder ein anderer erfahrener Organisator mir das mal erklären.

„Freshcuber mit 3 Masken“
Foto: Christian Sachgau

Meine Hoffnung auf einen erfolgreichen Blindsolve war allerdings eher gering. Zuhause habe ich leider noch immer nur eine Erfolgsrate von etwa 30%. Unter Wettbewerbs-Bedingungen kommt dann noch die Anspannung hinzu, und natürlich auch ungewohnte Nebengeräusche und die Ermüdung durch die zu kurze Nacht und die vorangegangenen Wettbewerbe. Naja, auf jeden Fall gewinnt man Erfahrung, auch wenn ich meine Chance auf einen Erfolg bei ca. 10-20% sah.

Trotz des Selfies vor einer der Trennwände, auf der ein Motivationsspruch stand (der natürlich zur Grundschule und nicht zur Competition gehörte), hat es dann nicht geklappt. Erklären kann ich das Blindsolven zwar, aber auf einen offiziellen Success muss ich noch warten; die nächste Chance kommt aber schon in 5 Wochen in Gütersloh.

Der Scramble für meinen Versuch, den man leider erst NACH dem Wettbewerb einsehen darf, lautete:
D2 F D‘ L2 F2 R F2 R D2 L‘ F2 R2 D F‘ D B2 D‘ F‘ U‘ Rw2 Uw‘

Ich löse ja bekanntlich nach Old Pochmann, wie in dem Link zwei Absätze zuvor erläutert. Mein Memo für die Kanten lautete:
GI FW DA VR TH
Also auf meiner gedanklichen Route zuerst ein G.I.-Soldat, dann ein FeuerWehr-Auto, dann auf Platz 3 parkte ein Pkw aus Darmstadt, dann gab es in dem Geschäft auf dem vierten Punkt meiner Route VR-Brillen, und zuletzt kam ich an einem Infostand der Technischen Hochschule vorbei.

Mein Ecken-Memo ging QV CS TD GM. Es hätte sich angeboten, den Shopping-Sender QVC an den Anfang zu stellen, aber das ist mir in der Aufregung gar nicht aufgefallen, weil ich die Züge ja eher paarweise betrachte.

Eigentlich also ein ganz einfaches Memo. Keine Flips und Twists, kein Parity, nur ein neuer Cycle, zwei Kanten schon gelöst. Perfekt für Anfänger.

In der Weekly Competition kann man nach dem Memo bei Blindsolves eine Zwischenzeit stoppen, so dass man am Ende z.B. die Gesamtzeit 8:30 sieht und dazu die Info bekommt, dass die ersten 6 Minuten davon Memo waren. Beinahe hätte ich nun im Wettbewerb nach dem Memo den Timer gestoppt, weil ich dieses Zwischenzeit-Dings verinnerlicht hatte. Ich hatte die Hände schon fast dran, habe es dann aber zum Glück noch gemerkt. Das wäre es gewesen. :-/

Zum Glück habe ich diesen Abbruch noch vor dem ersten Zug gerade noch verhindert, und so habe ich nach etwa 6 Minuten also die Maske vor die Augen geschoben und mit dem Lösen begonnen.

Zunächst die Ecken. An der Stelle, wo Buchstabe G steht, habe ich versehentlich den Buchstaben F gedreht. Beim Zurückdrehen des Setup Moves ist mir das zum Glück noch aufgefallen. Also habe ich F, Y-Perm, F‘ noch einmal gemacht, um den falschen Alg zurückzunehmen und dann die Züge für Buchstabe G zu machen. Insgesamt hat mich das vermutlich fast eine Minute gekostet, denn ich war erst nicht sicher, ob ich tatsächlich falsch lag, dann war ich nicht sicher, ob ich den F‘ nach dem Fehler schon gemacht hatte, etc. Aber, wie ich nach 8,5 Minuten sehen konnte, hatte ich es geschafft, den Fehler blind zu korrigieren. Alle Ecken waren richtig.

Nur leider war die Kante links auf der Oberseite geflippt. Und demzufolge logischerweise die Kante rechts im Buffer natürlich auch. EIN kleiner Fehler bei den Kanten. Also DNF (Did Not Finish). Das Memo war in Ordnung; ich muss wohl demnächst mal die Videos schauen, ob ich erkennen kann, was genau das schief gegangen ist. Momentan kann ich es mir noch nicht erklären.

Naja, schade. Aber kein Drama. Ich war soooo nah dran, und trotz der Korrektur bei den Ecken noch deutlich von 10 Minuten entfernt. Vielleicht klappt es ja in Gütersloh im November.

Vielleicht ist Euch aufgefallen, dass die Überschrift dieses Abschnitts „3x3x3x3 Blindfolded“ heißt. Kein Tippfehler, sondern die vierte Drei ist eine Anspielung darauf, dass ich nicht der einzige Oldie war, der seinen ersten Blindsolve versucht hat. Christian, Thomas und Roland sind als Seniorenclub 😉 gemeinsam angetreten, aber nur Thomas hatte einen erfolgreichen Blindsolve. Gratuliere!

Scoop oder Scjoob?

Mein letzter Wettbewerb war dann Skewb. Vor der Pandemie wurde es gewöhnlich Skjuup ausgesprochen, jetzt sagen die meisten Skuup. So jedenfalls mein Eindruck. Seltsam, oder? Liegt hoffentlich nicht am Virus. 😉

Da ich eine Woche vor der Competition merkte, dass mich mein tägliches Üben nicht wirklich weitergebracht hat, habe ich mir dann doch die Intermediate Methode im Video von Annika angeschaut. Ich wollte nicht komplett wechseln, aber vielleicht schonmal den einen oder anderen Fall besser lösen. Das, was ich bei Annika gelernt habe, habe ich dann zu einem Skewb-Anfängertutorial hier auf freshcuber.de zusammengefasst, in dem natürlich Annikas Videos die Basis sind, aber ich die verschiedenen Fälle der oberen Ecken so aufbereitet habe, dass auch ich sie einfach behalten kann.

Mit der neuen Methode habe ich also gerade 5 Tage geübt, und der Hedgeslammer, sowie die neuen H- und Z-Perms sehen noch total lahm und verkrampft aus. Und doch hat es für eine neue Average-PB von 16.56 Sekunden gereicht – etwa 1,5 Sekunden schneller als noch 2019. Ich dreh zwar streckenweise jetzt langsamer, aber mit weniger Zügen.

Zuhause hatte ich bei beiden Perms je 20mal getestet, ob die neuen Züge schneller gehen oder der doppelte U-Perm, den ich zuvor gemacht habe, wenn diese Fälle auftraten. Zeitgewinn trotz Knoten in den Fingern ungefähr 1 Sekunde. Und die optimierte Strategie bei den oberen Ecken bringt auch noch ein paar Sekunden. Damit war klar: Im Wettbewerb nutze ich ab sofort alles von Intermediate, das ich begriffen habe. Nun wird es Zeit, dass ich mal vernünftige Fingertricks für Sledgehammer und Hedgeslammer lerne, dann kriege ich vielleicht auch noch einmal meine Zufalls-Single-PB von 2019 geknackt, die 9.30 Sekunden beträgt und reines Glück war.

Nach Skewb hatte ich dann keine Wettbewerbe mehr, aber wurde noch als Runner eingeteilt. Auch gejudged habe ich nochmal. Damit ging die erste Competition mit 1-2 Masken im Gesicht für mich quasi zu Ende. Es war sooo schön, nach so langer Zeit mal wieder so viele Cuber zusammen auf einer Competition zu sehen (zumindest die Haare und Augen).

Noch vor der Siegerehrung kam der Anruf vom Abschleppunternemen: Er wäre schon da, aber wir sollten ruhig noch in Ruhe die Siegerehrung schauen. Es war ja noch deutlich vor den vereinbarten 19 Uhr. Ich hab ihm dann kurz den Autoschlüssel rausgebracht. Als Kathi und ich dann aus der Grundschule kamen, war das Auto schon fertig verladen.

Und gut 3 Stunden später konnten Kathi, Kia und ich in Bonn wieder abgeladen werden – Kathi an der Stadtbahn und die beiden letztgenannten direkt vor unserer Werkstatt. Auch ohne Hotel-Übernachtung hat die Rhein-Neckar Open B 2021 damit die Chance, noch die teuerste meiner bisher 20 Competitions zu werden. Auch für den ADAC…

Nun freue ich mich auf die nächste Competition. Zur German Mini Open Anfang November in Gütersloh bin ich zwar verhindert, aber 2 Wochen später ist dort die German Side Events 2021. Sogar zweitägig. Hotel statt ADAC (hoffentlich!). Kein 3×3 und 4×4, dafür aber die großen BigCubes, die ich schon monatelang nicht mehr angefasst habe. Daher hab ich mir nun einen neuen Trainingsplan vorgenommen. Blind möglichst täglich (das steht gar nicht drauf), der Rest immer im täglichen Wechsel. Schaumermal, wie viel das bringt.

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