Rubik’s Clock magnetisieren

Mit der Clock verbindet mich eine gewisse Hassliebe. Zwar ist sie ein offizielles Speedcubing-Puzzle, und ich habe sie auch mehrfach im Wettbewerb gelöst (meine miesen Zeiten hier). Aber sie ist genaugenommen kein dreidimensionales Drehpuzzle wie ein Zauberwürfel. Ihr Lösungsweg ist eigentlich immer der Gleiche. Sie nach Anleitung zu mischen finde ich nervig (was meine Trainings-Bereitschaft irgendwie einschränkt). Und außerdem gibt es noch immer keine wirklich guten Speedcubing-Clocks zu kaufen.

Zunächst habe ich mit einer in der Elektrobucht ersteigerten Original Rubik’s Clock geübt. Diese ist ganz okay; die Pins sind gut, aber das Drehgefühl ist etwas schwammig. Sie rastet für mein Gefühl nicht klar genug an den Stunden-Postionen ein.

Eine zweite Rubik’s Clock war weitaus schlimmer; ein Pin lässt sich nur mit sanfter Gewalt betätigen. Also habe ich mir eine China-Clock bestellt; ein Nachbau. Zunächst fand ich sie auch ziemlich gut (bis auf den hässlich verschobenen Aufdruck). Die Zahnräder laufen präziser. Aber die Pins fingen schon nach wenigen Tagen an, durchzurutschen. So ist sie unbrauchbar, weil sich die Pins immer von selbst verstellen.

Auf der Suche nach einer Lösung für dieses Problem, das wohl bei fast allen Nachbau-Clocks auftritt, bin ich darauf gestoßen, dass man mit Ringmagneten die Pins der Clock auch prima magnetisieren kann. Nach dem Anschauen von zwei Videos auf Youtube habe ich dann die nötigen Magnete bestellt (bei Spider Magnetics in Großbritannien). So elegant wie in den Videos habe ich es leider bei meinem ersten Versuch nicht hinbekommen, aber die Clock ist besser als vorher und ich werte es mal vorsichtig als Erfolg.

Clock öffnen und Metallstifte entfernen

Der erste Schritt ist das Öffnen des transparenten Gehäuses. Zwei der vier Teilstücke der Naht gingen problemlos auseinander. Ich wage es nicht, Euch eine genaue Anleitung zu geben (oder gar einen Hammer auf den Fotos zu zeigen); Ihr müsst selber sehen, wie Ihr sie vorsichtig aufbekommt, ohne die beiden Kunststoffteile zu zerbrechen.

Die beiden anderen Teilstücke waren jedoch so gründlich verklebt, dass sich der Kunststoff lieber neben der Naht geöffnet hat. Naja, was soll’s? Ist nicht der einzige Schönheitsfehler bei diesem Umbau. Und wenn man die beiden Hälften später genau gleich zueinander wieder zusammensetzt, passt es ja trotzdem:

Hat man die beiden transparenten Schalenhälften getrennt, bekommt man das innere Gehäuse mit der Zahnrad-Mechanik zu sehen. Und man kann die beiden bedruckten Einleger entnehmen.

Noch 2 Schrauben sind zu lösen; dann kann man die Clock richtig zerlegen.

Wer sich doof genug anstellt (also so wie ich), der dreht im folgenden Gebastel das obere Gehäuseteil versehentlich um, und eine der beiden Schräubchen verschwindet irgendwo im Universum. Naja, man kann das innere Gehäuse ja (genauso wie später das äußere) mit Tesa verkleben. Aber ärgerlich ist es trotzdem.

Das Innere offenbart nun die Mechanik: 4 von außen drehbare dicke Zahnräder, deren Zeiger immer fest zueinander ausgerichtet sind. Und 5 Doppel-Zahnräder, die oben und unten unterschiedlich eingestellt werden können, und die ein Kreuz bilden. Ferner die 4 Pins, die selbst kleine Zahnräder haben. Wenn sie nach oben geschoben werden, greifen sie in den oberen Zahnrädern ein. Außerdem noch 8 Unterlegscheiben für die Pins und 5 Federn, die die Hälften der Doppel-Zahnräder auf Abstand halten.

Einen Klick-Mechanismus, Einraster, o.Ä. gibt es nicht. Dass die Clock mehr oder weniger gut an den Stunden-Positionen stoppt, liegt also nur an der Form der Zähne.

Die Pins haben jeweils 2 verschiebbare Metallstifte, die dafür sorgen sollen, dass der Pin dort bleibt, wo es der Spieler möchte – und nicht wieder herunterfällt, wie es die Schwerkraft möchte. Bei den China-Clocks sind diese Pins wohl zu dünn oder zu locker.

Ihre Funktion sollen nach dem Umbau die Magneten übernehmen. Daher müssen diese 8 Stifte nun entfernt werden – mit einer kleinen Zange oder Pinzette geht das ganz einfach.

Danach kann man das Getriebe und das schwarze Gehäuse der Clock wieder zusammenbauen. Dabei ist es eventuell hilfreich, 1 oder 2 Kugelschreiber so unterzulegen, dass die Pins gut unten aufliegen statt blöd herumzuwackeln. Diesen Part übernehmen schon die auf den Federn balancierten oberen Zahnräder des Kreuzes…

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Wenn die schwarze Kiste wieder zu ist, sollte sich die Clock wieder vorsichtig drehen lassen; ihre endgültige Stabilität bekommt sie aber erst, wenn das Transparentgehäuse die einzelnen Räder jeweils durch seine 9 Zapfen-Achsen auf jeder Seite festhält.

In einer der oben verlinkten Video-Anleitungen wird empfohlen, die beweglichen Teile vor dem Zusammenbau mit Silikonspray zu behandeln. Ich bin aber nicht sicher, wie weit sich das auf die sichtbaren Teile auswirkt (vor allem auf die Zeiger und deren Hintergründe). Daher habe ich das erst einmal gelassen. Ein halbes Tröpfchen Silikonöl kann man ja nötigenfalls auch ohne Öffnen der Clock durch eines der Außen-Zahnräder in die Clock einbringen.

Ringmagnete aufkleben

Mein erster Versuch, die Ringmagnete aufzukleben, führte gleich zu einer kleinen Katastrophe: Trotz aller Vorsicht ist doch etwas von dem Kleber an den Pin gekommen, was die Leichtgängigkeit schlagartig mehr als gewünscht reduziert hat. Immerhin ließ sich die Clock retten. Ich habe mich dann entschlossen, die Ringmagnete lieber auf die blanken Außenhüllen aufzukleben.

Folgende Neodym-Magnete habe ich verwendet:

  • Neodymium Rings N52: Durchmesser 13x2mm, 8mm Loch
  • Neodymium Disks N35: 5×2 mm

Der erste Ringmagnet legt die Polarität für die gesamte Clock fest. Mit dem Stab aus Rundmagneten lassen sie sich ganz gut zum Auftragen des Klebers festhalten und dann gleich an den 2 mal 4 Löchern positionieren. Damit man den magnetischen Stab nicht versehentlich falsch herum nimmt (und damit auch die Polarität des Ringmagneten vertauscht), habe ich das Ende zum Festhalten mit einem eingeklemmten Papierschnipsel gekennzeichnet.

So lassen sich die Magnete ganz gut und mit reichlich Kleber anbringen. Alle 8 mit der gleichen Polarität.

Der Papier-Einleger

Der Einleger der China-Clock ist im Vergleich zur originalen Rubik’s Clock eher hässlich. Leider ist er versetzt zum Druck ausgestanzt, also krumm und schief. Vermutlich werde ich mir mal einen schickeren selber drucken. Aber etwas individualisieren wollte ich ihn jetzt schon. Also habe ich ihn gescannt und dann mit GIMP einen Freshcuber-Schriftzug auf jeder Seite ergänzt:

Die 26 Löcher und die kurvenreiche Außenkontur auszuschneiden, ist schon etwas Arbeit. Wenn ich mir mal zwei schickere Inlays designt habe, werde ich diese vermutlich auch auf etwas stabileres Papier drucken. Aber für den Anfang reicht es mir so.

Nun kann die Clock mit den neuen Einlegern verschlossen werden, am besten mit 4 Stücken Tesafilm; so kann man sie später wieder einfach öffnen.

Disc-Magnete aufkleben

Die kleinen Magnete auf den Pins habe ich dann nach Zusammenbau der Clock aufgetragen. Dabei muss auch auf die Polarität geachtet werden; man merkt schon, auf welche Seite der Kleber gehört.

Die kleinen Magnete wirklich zentrisch auf die Pins zu bekommen, ist gar nicht so einfach; zumal ja die Ringmagnete daran herumzerren. Da ihr Durchmesser aber kleiner als der der Pins ist, kommt es aber auch nicht soo genau. Wird ja eh ne hässlich verklebte Clock voller Schönheitsfehler…

Und hier nochmal mein fertiges Ergebnis. Sollte diese Clock tatsächlich meine Main-Clock werden, dann werde ich die Einleger wohl nochmal verschönern. Dass der Aufdruck so schief ist, nervt mich noch mehr als die von mir selbst verursachten Schönheitsfehler:

Die Pins springen jedenfalls jetzt mit lautem Knacks von einer in die andere Position. Misslungene Solves aufgrund verrutschter oder nur halb gedrückter Pins gehören damit wohl der Vergangenenheit an.

Falls Ihr auch von Euren Umbau-Erfahrungen berichten möchtet, oder falls Ihr Fragen habt, dann nutzt doch den unten folgenden Komentarbereich.

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Ein Kommentar zu Rubik’s Clock magnetisieren

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