Ein (beinahe wahres) Weihnachtsmärchen

Liebe Kinder, wart Ihr auch schön brav? Dann werde ich Euch heute die Geschichte erzählen, wo Cubing-Santa sich im Kamin vertan hat und mir ein ganz großes Paket mit vielen Zauberwürfeln gebracht hat, die gar nicht auf meinem Wunschzettel standen:

Wie Cubing-Santa sich mal um 9.000 Kilometer verflogen hat

Es war einmal ein Junge im fernen Japanien, dort wo die Sonne aufgeht, der schrieb einen laaaaangen Wunschzettel mit Zauberwürfeln, die er gerne haben möchte. Und weil es ein ganz schlauer Junge war, hat er sich die kompliziertesten und verrücktesten Cubes gewünscht, die man sich vorstellen kann. Er schrieb insgesamt 9 Würfel auf seine Liste und schickte sie rechtzeitig am schwarzen Freitag zu Cubing-Santa, der bei den Hongkongolesen in einem anderen fernen Land lebt, wo auch die Sonne aufgeht.

Ein anderer Junge saß in einem nahen Land im Okzident, Germanien genannt, wo für die Japanesier und Hongkongolesen die Sonne untergeht. Weil er nicht ganz so schlau und so reich war wie der Junge in Japanien, hat er sich am schwarzen Freitag nur 1 Würfel ausgesucht, aber dafür einen Meilong 11x11x11, das ist ein gaaanz großer Zauberwürfel mit gaaanz vielen Centersteinen und auch vielen Kantensteinen.

Cubing-Santa packte also die Pakete und machte sich auf den Weg über die neue Seidenstraße vom Orient zum Okzident. So vergingen einige Tage.

Dann fand der Junge aus Germanien zwischen den Geranien eine gelben Karte, darauf stand, dass sein Haus gar keinen Kamin hat, und dass Cubing-Santa deshalb das Paket in einem genauso gelben Geschäft abgeben würde. Als der Junge dorthin ging, standen dort ganz viele Leute, die alle Pakete abgeben oder abholen wollten, denn es war kurz vor Weihnachten. So musste der Junge laaange warten. Als er schließlich an der Reihe war, sagte man ihm, dass Cubing-Santa noch nicht dazu gekommen war, seinen Schlitten auszuladen, und dass er morgen wiederkommen solle.

Am nächsten Tag stand er also wieder in der Schlange und freute sich sehr auf seinen 11x11x11. Inzwischen hatte Santa seinen Schlitten endlich ausgeladen. Doch als er das Paket erhielt, wunderte er sich sehr: Es war zu groß und zu schwer.

Zuhause angekommen, konnte er seine Neugierde nicht mehr beherrschen und öffnete das Paket. Darin waren 9 verschiedene Zauberwürfel der wundersamsten und zauberhaftesten Art. So etwas hatte der Junge noch nie gesehen.

Zunächst dachte der Junge, jemand habe ihm eine Freude machen wollen und hätte daher Cubing-Santa überredet, ein Überraschungspaket zu bringen. Doch als der Junge genauer schaute, da merkte er, dass viele dieser Würfel zu selten und zu kostbar für eine kleine Weihnachtsüberraschung waren. Und so schrieb er an Cubing-Santa, was denn mit dem 11×11 auf seinem Wunschzettel sei und wieso er dieses Paket bekommen habe.

Und Santa antwortete, er habe sich leider verflogen. Das Paket sollte eigentlich zu dem schlauen Jungen in Japanien. Wahrscheinlich säße dieser nun traurig vor einem kleinen Paket mit einem 11×11-Würfel. 🙁

Der Junge aus Germanien fragte Santa, was denn nun zu tun sei. Und da es viel zu kompliziert und zu teuer ist, das Paket über die Seidenstraße zurück in den Orient zu bringen, beschlossen die beiden, dass der Junge die 9 Zauberwürfel anstelle des 11×11 behalten dürfe. Den 11×11 könne er sich ja vielleicht nächstes Jahr am schwarzen Freitag wünschen.

Und so schaute der Junge einige Tage lang staunend auf das, was da in seinem Paket war, das eigentlich 9.000 Kilometer weiter östlich hätte ankommen sollen:

Das einfachste Puzzle war wohl ShengShou sengso 3x3x3 cube – Birds Adoring the Phoenix. Dieses Puzzle hat der Junge gleich verdreht und auch schon einmal wieder gelöst bekommen. Die kleinen Ecken richtig auszurichten ist aber nicht ganz so einfach wie gedacht. Nach ein wenig ausprobieren merkt man aber bald, dass es sich tatsächlich nur um einen 3x3x3 Zauberwürfel mit veränderter Gestalt handelt.

Noch ein weiteres Puzzle betet den Phoenix an, was auch immer das heißen soll: Sengso Birds Adoring the Phoenix Megaminx cube. Dieses Puzzle will der Junge an Weihnachten lösen.

Und im nächsten Jahr geht es dann weiter mit diesen Cubes:

Der Moyu MeiLong skew cube – Maple Leaf ist im Prinzip ein Skewb, bei dem sich zusätzlich Teile der Center drehen lassen, wenn man einen halben Skewb-Zug ausführt. Und der Moyu MeiLong skew cube – Polaris ist ein ganz verrücktes Ding. Zunächst dachte der Junge: Wie soll sich da was mischen, wenn man nur die Ecken drehen kann? Aber wenn man mindestens 6 der 8 Ecken halb dreht, dann kann man auf einmal weiter drehen. So etwas Verrücktes hatte der Junge noch nie gesehen. Und da der Polaris auf jeder Seite einen Stern zeigt, war der Junge besonders froh, diesen Cube gerade zu Weihnachten bekommen zu haben.

Aber ob der Polaris nicht eher was für den schlauen Jungen aus Japanien gewesen wäre? Der Junge aus Germanien war sehr gespannt, ob er diesen Cube eines Tages würde lösen können.

Zuversichtlicher war er jedoch bei den beiden Pyramiden im Paket, dem LanLan Clover pyraminx cube (links) und dem LanLan Hexagonal pyramid cube (rechts), den beiden einzigen Cubes mit Stickern in dem zauberhaften Paket aus dem Orient.

Gar zu fein ist es doch, den beiden Kleinen zuzuschauen, wie sie drehen und jumbeln. 🙂

Doch die drei härtesten Nüsse im zauberhaften Paket waren diese:

Der f/s limCube Morpho Aureola cube ist ein wundersamer Würfel mit gar zu vielen Teilen, die sich untereinander mit Skewb Turns, Curvy Copter Turns und Jumbling Moves und sogar Jumbling Moves bei halben CurvyCopter Moves drehen lassen.

In diesem Video von Preston Smith könnt Ihr euch anschauen, was dieses Puzzle kann.

Die beiden letzten Cubes sehen aus wie Zwillinge, aber es gibt einen kleinen Unterschied. Findet Ihr ihn?

Es handelt sich um den mf8 cube super skewb copter plus (links) und den mf8 cube Twins Skewb gemini star (rechts). Beide sind irgendwie mit dem Cube darüber verwandt, denn sie machen auch Skewb Turns und Curvy Copter Turns.

Aber was ist nun der Unterschied? Weil sie sich dermaßen ähnlich sehen, hat der Hersteller sie jeweils mit einem unterschiedlichen Symbol auf der weißen Seite gekennzeichnet. Schaut man genau, dann sieht man, dass bei dem Linken jeweils ein einzelner Stein auf die Mitte der Kante zeigt, während dieser Stein bei dem Rechten jeweils durch zwei halbe Steine ersetzt ist. Auch wenn es so aussieht, als könne man dadurch auch 2×2-Moves machen, ist dies aber wohl nicht der Fall. Aber man kann einen teilweisen CurvyCopter-Move machen und dann den schräg stehenden Teil mit einem Skewb-Move halbieren. Allerdings hat der Junge aus Germanien den Warnhinweis auf der Verkaufsseite des Gemini Star gesehen: “Note: This part is easy to fall off.” Und so weiß der Junge noch nicht, ober sich trauen wird, diesen Cube schon 2020 zu vermischen.

Im Video Skewby Copter Plus tutorial part 1: Introduction and scramble zeigt SuperAntoniovivaldi übrigens, wie man den linken der beiden Cubes richtig vermischt. Es lohnt sich, das mal anzuschauen. Ein ziemlich unglaubliches Puzzle.

Für den rechten Cube, der wohl allgemein eher als Mf8 Skewby Copter Plus (Twins) bezeichnet wird (?), habe ich leider bisher nur ein spanisches Video gefunden, aber es zeigt sehr schön den oben beschriebenen Move, der die schräg stehende Edge mit einem Skewb-Move halbiert.

Damit ist das Weihnachtsmärchen zu Ende. Und wenn sie nicht gepoppt sind, dann jumbeln sie noch heute. Der große Junge aus Germanien wünscht Euch frohe Weihnachten und ein glücklich cubendes Jahr 2020.

 

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5 Antworten zu Ein (beinahe wahres) Weihnachtsmärchen

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  5. Sal sagt:

    Ab heute glaube ich auch wieder an den Weihnachtsmann. oder Nikolaus. oder Väterchen Frost. oder Kwanza. voll ehrlich! ganz bestimmt!

    Gleichfalls Frohes Neues.

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